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Wochenrückblick 24. – 28. August 2020

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Von AMIRA-Redaktion

Unsere dieswöchige Übersicht zu den wichtigsten Neuigkeiten in der Apothekenwelt. Viel Spaß bei der Lektüre.


Hämophilie-Produkte ab September apothekenpflichtig


Ab dem 1. September ist es nun soweit: Die Apotheken dürfen dann Hämophilie-Produkte an ihre Patienten abgeben – wir berichteten bereits über das Thema. Wichtig hierbei ist vor allem die korrekte Dokumentation und die Beachtung der Meldepflicht dem verordnenden Arzt gegenüber. Diese Meldepflichten gewährleisten die Nachverfolgbarkeit der Arzneimittel. Die Aufbewahrung der dazugehörigen Dokumentation muss wie Blutzubereitungen, Sera aus menschlichem Blut und Zubereitungen aus anderen menschlichen Stoffen 30 Jahre lang aufbewahrt werden.


Doch erst einmal kein Honorar für den Botendienst?


Die Apotheken dürfen voraussichtlich bis Ende September 2020 für jeden Botendienst je Lieferort und Tag einen Zusatzbetrag von fünf Euro zuzüglich Umsatzsteuer abrechnen – sowohl bei den gesetzlichen (GKV) als auch bei der privaten Krankenversicherung (PKV). Nachdem zunächst angekündigt worden war, dass dieses Honorar auch darüber hinaus mit immerhin 2,50 Euro verstetigt werden solle, reagierten viele Apothekenleiter zunächst erfreut. Nun scheint es doch anders zu kommen, denn das Botendiensthonorar soll doch nicht wie geplant mit einer Änderung des SGB V über das Krankenhaus-Zukunftsgesetz verabschiedet werden. Möglicherweise wird es erst im Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) geregelt und umgesetzt, was bedeutet, dass es ab dem 30. September 2020 erst einmal entfiel.


Reiserückkehrer wieder in Quarantäne


Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte in einer Pressekonferenz an, nach dem Ende der Sommerreise-Saison zum 15. September 2020 wieder zur angeordneten Quarantäne statt den umfassenden kostenlosen Coronatests zurückkehren zu wollen. Rückkehrer aus Risikogebieten sollen sich in Quarantäne begeben und diese dann im frühesten Fall mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen negativen Test verlassen dürfen. Da die Kapazitäten der Testlabore begrenzt sind, wolle man wieder zu den zielgerichteten Tests für Symptomträger, Personen, die Kontakt zu Covid-19-Patienten hatten, Pflegekräfte, Ärzte und Pflegebedürftige zurückkehren.


Kein Schulgeld für PTA mehr in Hessen


Um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten, entfällt in Hessen seit dem 1. August per Gesetz das Schulgeld für alle PTA-Schüler und alle anderen Auszubildenden in den Gesundheitsfachberufen. Das ist besonders für die am 1. September in die PTA-Ausbildung startenden Schüler erfreulich. In diesem Bundesland finden sich an den Standorten Frankfurt, Idstein und Marburg drei PTA-Schulen, die den Apothekennachwuchs ausbilden. Bisher ist noch keine bundeseinheitliche Linie zum Schulgeld gefunden worden, obwohl im Koalitionsvertrag der Großen Koalition festgelegt wurde, es für alle Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen abschaffen zu wollen.


Erwinase kommt als Import


Da „Erwinase 10.000 I.E./Durchstechflasche, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung“ mit dem Wirkstoff Crisantaspase zurzeit aufgrund eines Engpasses nicht verfügbar ist, liefert der Hersteller Jazz Pharmaceuticals nun US-amerikanische Lagerbestände aus. Die Ware ist mit britischen Etiketten versehen, und wird in britischen Kartons mit einer englischsprachigen Packungsbeilage an Apotheken ausgeliefert, deren Patienten einen dringenden Bedarf haben. Sie wurden vor wenigen Tagen in den Verkehr gebracht. Anfragen zur Verfügbarkeit nimmt die Firma unter der E-Mail-Adresse Customerservices.R3@jazzpharma.com oder unter der Telefonnummer +49(0)89 411 096 74 entgegen.


Neue Corona-Regeln


Am 27. August verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel die neuen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland. Neben der Abkehr von kostenlosen Tests für Urlauber, die aus einem Risikogebiet einreisen, gelten folgende neue Regeln:

  • Mindestbußgeld in Höhe von 50 Euro bei Verstoß gegen die Maskenpflicht überall in Deutschland (außer in Sachsen-Anhalt)
  • keine Großveranstaltungen bis Ende Dezember 2020
  • keine bundesweit geltenden Obergrenzen für Teilnehmerzahlen von privaten Feiern
  • künftig vermutlich keine Entschädigung mehr für den Einkommensausfall durch Quarantäne für Reiserückkehrer, die wissentlich in ein Land mit hohen Fallzahlen gereist sind
  • bundesweit einheitliche Hygieneregeln an Schulen
  • fünf zusätzliche Tage zur Betreuung eines kranken Kindes in diesem Jahr für gesetzlich Versicherte mit Anspruch auf Kindergeld, zehn zusätzliche Tage für Alleinerziehende


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 29.08.2020.


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