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Cannabidiol (CBD) – Einstufung als Betäubungsmittel?

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Von Eva Bahn

Die medizinische Nachfrage bezüglich Cannabidiol(CBD)-Produkten steigt europaweit. Laut einer aktuellen Schätzung werden die Ausgaben im Jahr 2020 etwa 8,3 Milliarden Euro betragen. Umso drastischer wirkt die Nachricht, dass die Europäische Kommission (EK) die sogenannten Novel Food-Anträge hinsichtlich des CBD vorläufig einstellt. Denn sie plädiert, dass sie zukünftig als Betäubungsmittel eingestuft werden.


Wirkung und Anwendungsgebiete

CBD wird aus der weiblichen Hanfpflanze (Cannabis sativa; Cannabaceae) gewonnen und verursacht keinen Rausch beim Anwender. Die Effekte sind entkrampfend, antipsychotisch und entzündungshemmend. Zusätzlich hat es eine Übelkeit unterdrückende und angstlösende Wirkung. Die Cannabinoide werden bei REM-Schlaf-Verhaltensstörungen sowie Nervenentzündungen und Epilepsie eingesetzt.

In DAC/NRF ist die ölige Cannabidiol-Lösung 50mg/mL / 100mg/mL (NRF 22.10.) als NRF-Rezepturvorschrift enthalten. Die Indikationen zu dieser Rezeptur sind das Dravet-, das Lennox-Gastaut-Syndrom, Multiple Sklerose und andere individuell zu stellenden Behandlungstherapien. 


CBD-Markt gefährdet: Landwirte in Bedrängnis

Die EK hat die betroffenen Firmen zum aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt. Bis Anfang September haben sie Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Ausgenommen von dieser Entscheidung sind synthetisch hergestelltes CBD sowie Hanföle – die European Industrial Hemp Association (EIHA) erklärt sich mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Bei der synthetischen Herstellung fallen ihrer Aussage nach deutlich mehr umweltschädliche Chemikalien an: Es wird kein Kohlenstoffdioxid (CO2) gebunden und die parallele Wertschöpfungskette mit Nebenerzeugnissen – beispielsweise Hanffasern und-schäben in der Produktion von Papier, Baustoffen, Textilien, Kosmetik und biobasiertem Kunststoff – würde wegfallen.

Die Entscheidung wird daher eher politisch als rechtlich angesehen, da sich das synthetisch hergestellte CBD chemisch nicht vom natürlichen Erzeugnis unterscheide. Der Landwirtschaft sowie  Lebensmittelindustrie werde somit ein wichtiger Umsatzfaktor genommen.



Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 24.08.2020.


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