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Wochenrückblick 17. – 21. August 2020

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Von AMIRA-Redaktion

Mehrkosten werden übernommen

Wenn der Preis eines Arzneimittels den Festbetrag übertraf, musste der Patient bisher die Mehrkosten tragen. Seit dem 01. August 2020 werden sie von den Krankenkassen übernommen – sofern es sich um einen Austausch handelt, der aufgrund von Lieferschwierigkeiten auftrat. Dieses Vorgehen muss auf dem Rezept entsprechend gekennzeichnet werden, sodass die Krankenkassen die Mehrkosten genehmigen. Diese Regelung wurde bereits im April im Rahmen des „Faire-Kassenwettbewerb-Gesetzes“ beschlossen und wird von den meisten Apotheken-Softwaresystemen ab September automatisch umgesetzt. Bis dahin erfolgt die Änderung der Aufzahlung manuell.

FDP thematisiert Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG)

Bereits im vergangenen Jahr wurde das VOASG beschlossen – allerdings wurde es bisher nicht realisiert, da ein Verbot für Boni auf verschreibungspflichtige Medikamente im Sozialgesetzbuch (SGB) V verankert werden sollte. Diese Regelung gilt heute schon für alle Apotheken in Deutschland, mit der Gesetzesänderung würde es auch für EU-Versender gelten. Die FDP hat daher in einer sogenannten „Kleinen Anfrage“ im Bundestag an das VOASG erinnert und das weitere Vorgehen der Bundesregierung angefragt, falls es in Brüssel von der EU abgelehnt werden sollte. Bisher kam es trotz mehrmaliger Treffen zu keiner Einigung. Neue Entwicklungen werden zeitnah im Wochenrückblick bekannt gegeben.

Bundesregierung lehnt ein Rx-Versandverbot entschieden ab

Der Gesundheitsausschuss im Bundesrat hatte sich im September 2019 für ein Verbot des Versandhandels von verschreibungspflichtigen Medikamenten ausgesprochen. Der Bundestag äußerte sich jedoch sehr deutlich gegen ein Versandverbot für verschreibungspflichtige Medikamente, da rechtliche Bedenken bestehen würden. Auch der Betrieb automatisierter Abgabestationen durch Versender sei kein ausgesprochener Nachteil für die stationären Apotheken in Deutschland und wird trotz der Vorbehalte des Bundesrats in das VOASG übernommen.

EU-Mitgliedsstaaten wollen Impfstoff gemeinsam ankaufen

Im Kampf gegen Covid-19 schließen sich die EU-Mitgliedsstaaten beim Ankauf des Impfstoffes zusammen. Die insgesamt 27 Partnerländer haben ein Abkommen über den Einkauf von mehreren Millionen Impfdosen mit verschiedenen Herstellern geschlossen. Deutschland hatte sich bereits im Vorfeld mit Frankreich, Italien und der Niederlande beim Pharmakonzern AstraZeneca bis zu 400 Millionen Dosen gesichert. Dieser Vertrag wurde von der EU übernommen und soll erweitert werden. Ein Verteilerschlüssel, der sich an der Bevölkerungszahl orientiert, soll die gerechte Abgabe an die einzelnen Mitgliedsstaaten sicherstellen. Die ersten Impfstoffdosen werden für Anfang 2021 erwartet. Die jeweilige Impfstrategie wird jedem Land selbst überlassen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 22.08.2020.

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