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Der Meerrettich: Scharfe Wurzel mit heilender Wirkung

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Von Eva Bahn

Der Meerrettich (Armoracia rusticana) ist als würzige Schärfe in zahlreichen Gerichten bekannt, die uns in den Herbst- und Wintermonaten mit wohliger Wärme umsorgt. Er hat Saison von November bis Februar und wartet mit zahlreichen gesunden Inhaltsstoffen auf. Die vielseitige Pflanze wurde deshalb vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim – kurz: Paracelsus e. V. (NHV Theophrastus) – zur Heilpflanze des Jahres 2021 gekürt.

Konrad Jungnickel (erster Vorsitzender des Vereins) betont: „Meerrettich hat als Heilpflanze ein großes und leider bisher zu wenig ausgeschöpftes Potenzial. Wissenschaftliche Studien beweisen für die im Meerrettich enthaltenen Inhaltsstoffe entzündungshemmende Eigenschaften, beachtliche antivirale Effekte und starke antibakterielle Wirkungen. Dies ist vor allem im Hinblick auf die zunehmenden Antibiotikaresistenzen richtungsweisend.“ Im Jahr 2017 wurde der Meerrettich ebenfalls in die offizielle S3-Leitlinie zur Therapie rezidivierender Harnwegsinfektionen aufgenommen.


Allrounder für die Gesundheit

Der Meerrettich gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), ist äußerst winterhart und wächst als krautige Pflanze in Höhen zwischen 0,5 und einem Meter. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Ost- und Südosteuropa. Seine Inhaltsstoffe sind vor allem die Vitamine C, B1, B2 und B6, die Mineralstoffe und Spurenelemente Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor sowie die Senfölglykoside Sinigrin und Gluconasturtiin, Allicin, Flavone und ätherische Öle. Meerrettich wirkt harntreibend, die enthaltenen Senföle wirken schleimlösend sowie durchblutungsfördernd, der Vitamin-C-Gehalt stärkt die Abwehrkraft und vieles mehr.


Risiken und Nebenwirkungen

Der scharfe Geschmack entsteht durch den Mix des enthaltenen Senföls und des Enzyms Myrosinase, das beim Verarbeiten (Schneiden, Raspeln etc.) freigesetzt wird. Menschen mit Magen-Darm-Leiden oder Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen sollten ihn deshalb meiden. Auch Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 4 Jahren wird der Meerrettich aufgrund seiner Schärfe nicht empfohlen.

Für alle übrigen gilt: Das besondere Pflänzchen ist in der Küche etwas in Vergessenheit geraten und erinnert viele an Großmutters Gerichte. Leckere moderne Rezepte gibt es jedoch eine Menge – von einfach bis raffiniert. Darunter Apfel-Meerrettich-Eis, Meerrettich-Suppe, Meerrettich-Cäsar-Dressing, Meerrettich-Tee etc. Das Allround-Heilmittel ist vielfältig einsetzbar und für jeden Gaumen ist etwas dabei.



Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 30.07.2020.


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