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Pharmazie studieren ohne Abitur: So geht’s!

in Beruf & HV 256 Kommentare 1.445 Views

Von Eva Bahn

So manche PTA, die seit einigen Jahren in der Apotheke arbeitet, fühlt sich irgendwann unterfordert. Doch was sind mögliche Alternativen? Ein Pharmaziestudium ist doch ausschließlich mit Abitur erlaubt, oder? Das stimmt nicht ganz, denn der sogenannte dritte Bildungsweg steht einer PTA an manchen Universitäten in Deutschland auch ohne Reifeprüfung offen. Welche Kriterien und Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, erfährst du im folgenden Artikel.

Vorbereitung ist das A und O

Jedes Jahr entscheiden sich um die 60.000 Menschen in Deutschland für ein Studium ohne Abitur. Die Option, sich über die eigene Berufspraxis zu qualifizieren, gibt es seit etwa zehn Jahren. Da sich die Zugangsvoraussetzungen von Bundesland zu Bundesland unterscheiden, solltest du dich frühzeitig mit den Erfordernissen an der jeweils bevorzugten Universität auseinandersetzen. In einigen Fällen unterscheiden sich sogar die Bedingungen der jeweiligen Hochschulen innerhalb eines einzigen Bundeslandes.

Lass dir am besten vorab einen Beratungstermin an deiner Wunschuniversität geben. Vor Ort wirst du genau über die Studieninhalte aufgeklärt und dein Ausbildungszeugnis wird auf fachliche Nähe geprüft – im Bereich PTA erfolgt ein positiver Bescheid hinsichtlich dieses Kriteriums. An einigen Standorten muss eine Zugangsprüfung abgelegt werden, die kostenpflichtig ist und sich auf etwa 200 Euro pro Teilnahme beläuft. Diesen Kostenfaktor solltest du unbedingt bei der Planung miteinbeziehen – falls du dich an mehreren Universitäten bewerben möchtest.

Bewerbung und andere Pluspunkte für eine Zulassung

Nach erfolgreichem Bestehen der Zugangsprüfung musst du deine Bewerbung bei der Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) einreichen, die zentral die zur Verfügung stehenden Studienplätze vergibt. Wichtiger Tipp: Achte darauf, dass dein Abschlusszeugnis der PTA-Schule eine Gesamtnote ausweist, da du beim Bewerbungsverfahren sonst auf die Plätze hinter den Bewerbern mit ausgewiesener Durchschnittsnote zurückfällst. Zusätzlich dürfen auch die Unterlagen des Beratungsgespräches und die schriftliche Anerkennung der fachlichen Entsprechung nicht fehlen.

Solltest du nach deiner Ausbildung bereits in einer Apotheke gearbeitet haben, kannst du dir die Anstellung von deiner Wahluniversität anrechnen lassen – du profitierst von einer Verbesserung der Durchschnittsnote von bis zu 0,5 Notenpunkten.

Weiterer Vorteil: der TMS

Darüber hinaus ist die Teilnahme am Test für medizinische Studiengänge (TMS) eine zusätzliche Option, um deine Durchschnittsnote anzuheben. Hier wird dein Verständnis für naturwissenschaftliche und medizinische Problemstellungen geprüft. Außerdem wird abgefragt, wie gut du komplexe Informationen (beispielsweise längere Texte, Tabellen/Grafiken) erfasst und interpretierst. Auch deine Merkfähigkeit, visuelle Wahrnehmung, der Umgang mit Größen, Einheiten und Formeln, dein räumliches Vorstellungsvermögen sowie deine Sorgfalt und Konzentration beim Arbeiten werden unter die Lupe genommen.

Beachte: Der Test kann nur einmalig abgelegt werden und findet jährlich an einem einzigen Samstag statt. Aufgrund von Corona gelten zurzeit Sonderregelungen, die du online einsehen kannst. Die Prüfung dauert um die sechs Stunden plus einer Stunde Pause. Den Prüfungsort kannst du aus einer Liste selbst wählen.

Um einen Studienplatz in der Pharmazie – ohne Abitur – zu erhalten, muss etwas Zeit und Arbeit investiert werden. Die Bewerbung bei der SfH läuft für das Sommersemester bis zum 15.  Januar und für das Wintersemester bis zum 15. Juli jedes Jahres.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 13.07.2020.

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