Amira® Magazin  » Artikel durchsuchen  » Wie funktionieren Waschmittel?

Wie funktionieren Waschmittel?

in Lifestyle & Fitness 175 Kommentare 754 Views

Von Nina Bürger

Waschpulver und Flüssigwaschmittel sind aus dem Haushalt nicht wegzudenken. Woraus aber genau sind sie zusammengesetzt und wie wirken sie?

Hauptbestandteil von Waschmitteln sind Tenside. Sie dienen dem Ablösen von Schmutz. Das bekannteste unter ihnen ist herkömmliche Seife, jedoch werden Waschmittel heute meist mit synthetischen Tensiden hergestellt. Während der Reinigung helfen sie dabei, die Schmutzwäsche besser mit Wasser zu benetzen. Zudem kommt den Tensid-Anionen eine wichtige Rolle zu: Sie bilden eine Verbindung zwischen Wasser und Stofffaser. Die gleichsinnig (negativ) geladenen Anionen stoßen sich ab und dadurch wird der Schmutz gelöst.

Zudem befinden sich Wasserenthärter, sogenannte Komplexbildner, im Waschmittel. Sie sollen das Wasser enthärten und die Reinigungswirkung verstärken. Dies ist vor allem nötig, weil stark kalkhaltiges Wasser die Wirkung von Tensiden reduziert. Zu den gängigen Komplexbildnern zählen Phosphate. Sie schaden jedoch der Umwelt und sind seit 2013 für Haushaltswaschmittel in der Europäischen Union verboten. Stattdessen werden häufig Zeolithe beigemischt. Da diese weniger stark wirken, werden Alkalibildner wie Natriumcarbonat oder Natriumsilikat sowie Polycarboxylate als Co-Builder zugefügt.

So geht es hartnäckigen Flecken an den Kragen

Hartnäckige Flecken wie solche von Obst und Wein lassen sich nicht alleine von Tensiden lösen. Die meisten Waschmittel enthalten deshalb zusätzlich Bleichmittel wie Natriumperborat und Natriumpercarbonat. In der mit Wasser gefüllten Waschmaschine zerfallen sie und setzen atomaren Sauerstoff frei. Durch seine stark oxidierende Wirkung zerstört dieser die unerwünschten Farbstoffe. Allerdings können Bleichmittel empfindlichen Stoffen schaden. Deshalb sind sie in Fein- und Wollwaschmitteln meist nicht enthalten.

Damit sich auch Blut-, Fett-, Schoko- und Grasflecken lösen, sind Enzyme wie Amylasen, Lipasen und Cellulasen wichtig. Im Waschmittel enthalten, spalten sie Eiweiß, Öl oder Stärke und bauen somit die Schmutzstoffe ab. Dabei reicht pro Waschgang schon eine kleine Menge aus. Früher griff man zur Gallseife, die Enzyme aus der tierischen Galle enthält. Um den großen Bedarf zu decken, enthält das Waschmittel heute jedoch solche aus genveränderten Mikroorganismen. Durch sie wird weniger pro Waschgang benötigt und eine Reinigung bei niedrigen Temperaturen möglich. Kurz: Enzyme machen das Waschen umweltfreundlicher.

Strahlend weiße Wäsche – die Wirksamkeit von optischen Aufhellern & Co.

Mit der Zeit bekommt weiße Wäsche einen Gelbstich. Deshalb enthält Waschmittel oftmals auch optische Aufheller. Solche Weißtöner sind Fluoreszenzfarbstoffe. Sie wandeln das unsichtbare UV-Licht in sichtbares Blau um. Der Effekt, dass die Wäsche gelb aussieht, wird dadurch aufgelöst und für uns erscheint der Stoff wieder weiß.

Zu guter Letzt enthält Waschmittel meist Duftstoffe. Sie können positive Gefühle wecken und dienen der Wiedererkennbarkeit einer Marke. Jedoch haben sie mit der Sauberkeit an sich nichts zu tun. Zudem können sie Reizungen und Allergien begünstigen.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 10.07.2020.

** ** ** ** ** ** **

Du bist ApothekerIn, PhiP, PTA oder PKA und möchtest die AMIRA-Welt in vollem Umfang nutzen? Dann melde dich hier an und werde ein Teil der AMIRA-Welt! Lade deine Berufsurkunde einfach hoch und erhalte regelmäßig deine AMIRA-Box sowie wertvolle Informationen für deinen Alltag!

 

 

Kommentare

175 Kommentare