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AMK ergänzt Äquivalenzdosistabelle um Antibiotika

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Von AMIRA-Redaktion


Vor rund zwei Monaten ist die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung in Kraft getreten. Seit dem dürfen Apotheken ein pharmakologisch-therapeutisch vergleichbares Arzneimittel abgeben (Aut-simile-Substitution), sofern kein wirkstoffgleiches Präparat verfügbar ist. Bedingung dafür ist eine Rücksprache mit dem Arzt sowie ein Vermerk auf dem Rezept. Zugleich muss die Dosisäquivalenz zum bisherigen Arzneimittel abgeschätzt werden, bevor die Umstellung eines Patienten auf einen alternativen Wirkstoff erfolgt. Entsprechende Äquivalenzdosistabellen hat die Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker (AMK) bereits für mehrere Wirkstoffgruppen veröffentlicht.


Indikationen der Antibiotika aus den Fachinformationen entnehmen


Nun hat die AMK ihre Liste um orale Antibiotika für Erwachsene, die bei gängigen Indikationen wie Otitis media, Rhinosinusitis, Tonsillopharyngitis (Infektionen oberer Atemwege), AECOPD, Pertussis und Pneumonie (Infektionen unterer Atemwege) sowie Pyelonephritis und Zystitis (Harnwegsinfektionen) eingesetzt werden, ergänzt. „Die Indikationen, für die die einzelnen Arzneistoffe bzw. einzelne Präparate zugelassen sind, sind den jeweiligen Fachinformationen zu entnehmen“, teilt die AMK mit.


Aktuell gibt es zu folgenden Wirkstoffgruppen Vergleichstabellen zu Äquivalenz- bzw. Tagesdosen:

  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-II-Rezeptorblocker
  • Orale Antibiotika – Infektionen obere Atemwege: Otitis media, Rhinosinusitis, Tonsillopharyngitis / Infektionen untere Atemwege: AECOPD, Pertussis, Pneumonie / Harnwegsinfektionen: Pyelonephritis, Zystitis
  • Betablocker
  • Bisphosphonate
  • Calciumantagonisten
  • Diuretika
  • Inhalative Corticosteroide
  • Orale Glucocorticoide
  • Protonenpumpeninhibitoren
  • Statine
  • Triptane

Hier kannst du die Vergleichstabellen herunterladen.


Arzt hat weiterhin Therapiehoheit


Zu beachten ist, dass der Arzt nach wie vor die Therapiehoheit hat und den alternativen Wirkstoff auswählt. Indem du ihm eine Vorauswahl zur Verfügung stellst, bei der du die Indikationen, Wechselwirkungen, Pharmakokinetik, Kontraindikationen und patientenindividuelle Faktoren berücksichtigst, kannst du ihm bei seiner Wahl behilflich sein. Nutze hierfür die Fachinformationen der einzelnen Arzneimittel.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 01.07.2020.

 

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