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Tabuthema Inkontinenz – warum das Symptom keine Frage des Alters ist

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Von Nicole Powala


Beim Thema Inkontinenz denken wir im Allgemeinen nur an die Harninkontinenz und dass ausschließlich Personen im höheren Alter davon betroffen sind.  Doch gibt es weitere Arten wie die Stuhl-, Milchinkontinenz und Flatulenz. Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene jeden Alters können davon betroffen sein. Anlässlich des Weltinkontinenztages am 30. Juni möchten wir das Thema hinsichtlich des Harn- und Stuhlganges näher für dich beleuchten.


Inkontinenz – was ist das überhaupt?

Inkontinenz ist definitionsgemäß das Unvermögen, Harn oder Stuhl zurückzuhalten. Sie entweichen unkontrolliert und weisen unterschiedliche Grade auf. Mehr als zehn Prozent der Deutschen leiden unter dem Symptom der Harn-, fünf Prozent unter der Stuhlinkontinenz. Es wird vermutet, dass die Dunkelziffer höher liegt, da sich viele Betroffene aus Scham nicht an ihren Arzt wenden und somit keiner Behandlung unterliegen. Dadurch gelangen sie in einen Teufelskreis: Die Erkrankten meiden soziale Ereignisse und ziehen sich zurück, um in keine unangenehme Situation zu gelangen. Dieses Verhalten führt zu einer Abschottung und oftmals zu Depressionen.


Erste Symptome und die verschiedenen Arten der Inkontinenz

Die Harninkontinenz ist auch als „Blasenschwäche“ bekannt und tritt in allen Altersstufen auf. Sie ist ein Symptom und weist auf die Erkrankung des Gehirns, der Nerven oder Harnorgane hin. Die Formen reichen von Belastungs- über Reflex- und Überlauf- bis hin zur funktionellen Inkontinenz. Die Ursachen sind bei Frauen und Männern vielfältig – beispielsweise sind bei der Belastungsinkontinenz die Haltebänder des Beckenbodens überdehnt bzw. erschlafft (Frauen) oder die Blasenschließmuskeln geschädigt (Männer). Bei der Überlaufinkontinenz kann sich die Blase aufgrund einer verengten Harnröhre, Stoffwechselstörungen, Prostatavergrößerung oder anderen Ursachen nicht mehr vollständig entleeren. Dadurch entsteht eine Art „Überfüllung“ und die Blase „läuft über“.

Auch die Darminkontinenz kann in jedem Lebensalter auftreten – ob angeboren, als anale Fehlbildung oder erworben. Erste Symptome der Darminkontinenz zeigen sich beim unkontrollierten Entweichen von Darmgasen oder Windabgang. Wichtig für die Beratung: Wenn die Unterwäsche immer öfter Verschmutzungen wie Darmschleim oder Stuhl aufweist und flüssiger Stuhl nicht zurückgehalten werden kann, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.


Häufige Fragen: Ist Inkontinenz heilbar? Was hilft wirklich?

Generell lässt sich sagen, dass Harn- sowie Stuhlinkontinenz therapierbar sind. Ob eine hundertprozentige Heilung möglich ist, hängt von der Form ab. Die Therapiemöglichkeiten müssen individuell angepasst werden, da bei jedem Betroffenen die Art und das Ausmaß unterschiedlich gewichtet sind. Es gibt operative Verfahren, medikamentöse Behandlungen, Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation, Toilettentraining und vieles mehr. Auch spezielle Inkontinenzhilfsmittel (Einlagen, Pants, Slips, Fixierhosen etc.), die besonders hautverträglich, rutschfest und einfach zu handhaben sind, bieten die gewünschte Sicherheit.

Wie gehst du mit dem Thema Inkontinenz um? Und Kunden welcher Altersgruppe kommen wegen Produkten auf dich zu? Wir hoffen, dass euch dieser Artikel einen kleinen Überblick gibt und Betroffene den Mut fassen, ihren Arzt aufzusuchen.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 30.06.2020.


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