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Tipps für deine nächste Gehaltsverhandlung

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Von AMIRA


Um ein höheres Gehalt zu bekommen, musst du dich nicht jedes Mal unbedingt auf den Stellenmärkten der verschiedenen Apothekerkammern auf die Suche machen und den Arbeitgeber wechseln. Eine geschickt geführte Gehaltsverhandlung kann auch zum gewünschten Ziel führen. Ich habe einige Tipps für dich aufgelistet.

Du bist seit Jahren in deiner jetzigen Apotheke angestellt, mit deiner Chefin oder deinem Chef und deinem Team auch zufrieden, möchtest gerne bleiben, hast aber das Gefühl, dass dein Lohn zu niedrig ist? Dann ist es Zeit, sich Gedanken über eine Gehaltsverhandlung zu machen. Denn auch wenn sich viele Angestellten das manchmal wünschen − machen nicht sie den ersten Schritt, werden die Vorgesetzten in den seltensten Fällen von sich aus eine Gehaltserhöhung anbieten. Das geschieht meist nur, wenn es um eine Beförderung oder Änderung der Arbeitszeiten geht.



Mit den richtigen Argumenten Gehör finden 

„Ich arbeite hier schon seit einer halben Ewigkeit“ mag sich in deinen Ohren wie ein Argument anhören, die Vorgesetzten überzeugt das in der Regel nicht. Eine Gehaltsverhandlung solltest du wie ein Projekt angehen. Denk dran, das Gehalt ist Teil des Arbeitsvertrags und daher frei verhandelbar und nicht in Stein gemeißelt. Mit welchen bereits vorhandenen Pluspunkten kannst du glänzen, welche noch nicht vorhandenen, aber vermutlich überzeugenden Argumente solltest du vor einer Verhandlung noch sammeln?

  • Position/Bedeutung im Team:

Bewerte deine Situation. Hast du dich über die Jahre hinweg unverzichtbar für deinen Chef gemacht? Du bist selten krank, springst ein, wenn andere nicht können, erledigst die Aufgaben mit Bravour, arbeitest du neue Kollegen ein und übernimmst Verantwortung? Dann spricht das auf jeden Fall für dich. Schau auch in deinen Arbeitsvertrag hinein. Vielleicht deckst du ja inzwischen Aspekte ab, die darin gar nicht aufgeführt sind.

  • Zusatzqualifikationen:

Hast du im vergangenen Jahr eine Weiterbildung in einem bestimmten Bereich gemacht, z.B. eine Kosmetik-Ausbildung als PKA oder PTA? Oder kannst du künftig euren Kunden eine Ernährungsberatung anbieten, weil du dich darauf spezialisiert hast? Du könntest vorschlagen, das Dienstleistungsangebot der Apotheke zu erweitern und einen neuen Kundenstamm aufbauen. Maßnahmen, die den Umsatz stärken, hören Apothekeninhaber*innen gerne. Nutze das zu deinem Vorteil. Generell solltest du immer darauf aus sein, dich regelmäßig fortzubilden. Und vergiss nicht, Zertifikate oder Teilnahmebescheinigungen aufzubewahren.

  • Fachkräftemangel:

Generell gibt es in Deutschland in vielen Bereichen einen Fachkräftemangel. Das ist im Apothekenwesen nicht anders. Wenn du also gehst, wird es dein Chef nicht leicht haben, schnell jemanden zu finden, der oder die auch zu denselben Zeiten arbeiten kann. Das musst du natürlich nicht in dieser Deutlichkeit aussprechen. Aber du solltest dir dessen bewusst sein und gegen eine dezente Andeutung spricht schließlich auch nichts. „Die Apotheke bei mir im Stadtteil ist auch auf der Suche, habe ich neulich erfahren. Ich möchte ja eigentlich bei Ihnen bleiben, wäre aber nicht abgeneigt, auch dort anzufragen, zumal ...“ wäre zum Beispiel ein Ansatz.

  • Mehrsprachigkeit als Bonus für die Apotheke:

Du kannst neben Deutsch noch andere Sprachen, die im Stadtteil deiner Apotheke von Relevanz sind? Das ist vielleicht ein Aspekt, der dir am Anfang deiner Beschäftigung gar nicht so bewusst war. Womöglich gibt es ja auch Kunden, die aus einem anderen Stadtteil kommen, weil sie sich bei dir in guten Händen aufgehoben fühlen und du sie in ihrer Muttersprache berätst. Mach deine Chefin darauf aufmerksam. Was auch immer gut ist: Wenn du dir die pharmazeutischen Fachbegriffe in der Fremdsprache aneignest.


Übrigens:
Eine Gehaltsverhandlung sollte nicht unbedingt zwischen HV-Tisch und Labor geführt werden. Vereinbare am besten einen Termin mit Vorlaufzeit und bereite dich inhaltlich, aber auch mental darauf vor. Praktisch ist es, das Thema im Rahmen eines Jahresend- oder Feedbackgesprächs (falls es das in deiner Apotheke gibt) anzusprechen und einen Termin zu vereinbaren − oder gar dich schon so vorzubereiten, dass du das Thema Gehalt im Feedbackgespräch ansprichst, sofern sich die Gelegenheit dafür ergibt. Bei der Verhandlung selbst solltest du Selbstbewusstsein ausstrahlen, dich nicht unter Wert verkaufen, dich deiner Qualitäten und deines Wissens bewusst sein. Viel Erfolg!

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 16.06.2020.

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