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Fit für die Beratung: Vitamin D – Energiebooster für Körper & Seele

in Rezeptur & Gesundheit 161 Kommentare 750 Views

Von Eva Bahn


Vitamin D ist aktuell ein heißer Kandidat, wenn es um die Verhinderung von Komplikationen und erhöhten Mortalitätsraten im Krankheitsverlauf von Covid-19-Patienten geht. Eine britische und indonesische Studie legen nahe, dass niedrige Vitamin-D-Werte und eine höhere Anzahl an Covid-19-Todesfällen in Verbindung stehen könnten. Zwar sind diese Ergebnisse bisher nicht belegt, aber Vitamin D hat auf jeden Fall einen positiven Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand und wird für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Fühlst du dich sicher in der Beratung zur Supplementierung? Hier kommen die wichtigsten Fakten zum Sonnenvitamin!


Wie wird Vitamin D gebildet und für den Körper nutzbar gemacht?

Treffen UVB-Strahlen auf die Haut, wird aus Cholesterin das Provitamin D gebildet. Die Körpertemperatur wandelt es in Cholecalciferol (Vitamin D) um. In der Leber wird es in Calcidiol transformiert, das in Bluttests den Vitamin-D-Statuts wiedergibt. Die Nieren aktivieren das Calcitriol, das für die Knochenmineralisierung, Herz-Kreislauf-Funktionen, Zellteilung, Gefäßgesundheit, das Immunsystem und viele Nervenfunktionen unentbehrlich ist.

Die Eigensynthese beträgt bei regelmäßigen Aufenthalten im Freien 80 bis 90 Prozent. Über die Nahrung wird relativ wenig zur Versorgung beigetragen, da nur einige Lebensmittel ausreichende Mengen enthalten. Dazu zählen vor allem fette Seefische wie Lachs, Sardinen oder Hering.


Warum sollten wir Vitamin D einnehmen?

Deutschlands geografische Lage erlaubt zwischen Oktober und März kaum eine ausreichende UVB-Versorgung. In den Monaten April bis September halten sich die meisten Menschen tagsüber in geschlossenen Räumlichkeiten auf. Gehen sie nach draußen an die Sonne, verwenden sie Pflegeprodukte mit hohen Lichtschutzfaktoren (LSF). Ab LSF 30 wird die Eigensynthese jedoch größtenteils unterbunden. Die Einnahme verschiedener Medikamente wie beispielsweise Antiepileptika steigern den Bedarf an Cholecalciferol zusätzlich. Die Halbwertszeit von Vitamin D liegt bei unzureichenden 24 Stunden. Eine groß angelegte, europaweite Studie zeigt, dass ein Vitamin-D-Mangel innerhalb der Bevölkerung normal ist und sogar 13 Prozent unter einem ausgeprägten Defizit leiden.


Welche Krankheiten lassen sich auf einen Vitamin-D-Mangel zurückführen?

Ein zu geringes Maß hat Auswirkungen auf die Knochengesundheit, denn Cholecalciferol fördert die Resorption von Calcium und Phosphat aus dem Darm und deren Einbau in die Knochen. Wenn zu wenig davon gebildet oder aufgenommen wird, kann es bei Säuglingen und Kindern zu Rachitis führen - bei Erwachsenen zur Osteomalazie und Osteoporose. Zusätzlich scheint es Zusammenhänge zwischen der Vitamin-D-Versorgung und Krankheiten wie kardiovaskuläre Beschwerden, Krebserkrankungen, Allergien, Autoimmunerkrankungen, Atemwegsinfekten, Schlaganfällen, Bluthochdruck und Diabetes zu geben.


Wie viel Vitamin D ist empfehlenswert?

Es finden sich unterschiedliche Angaben, weshalb sich Beratungen für Kunden schwieriger gestalten. Zunächst sollte der Patient seinen Vitamin-D-Status beim Arzt bestimmen lassen. Ein sinnvoller Dosierungsbereich liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei 400 I.E. für Säuglinge bis zu einem Jahr; für alle anderen Altersklassen bei maximal 800 I.E.  Bei einem festgestellten Mangel können initial höhere Dosen nötig sein, um den Serumspiegel anzuheben; die richtige Menge entscheidet der Arzt. Weiterhin ist wichtig zu wissen, dass eine Überdosierung bei diesem fettlöslichen Vitamin ebenfalls möglich ist.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlich am 15.06.2020.

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