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Wochenrückblick: 8. - 12. Juni 2020

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Von AMIRA-Redaktion


Mehrwertsteuersenkung, Neues von der Arzneimittelkommission und Hoffen auf Corona-Wirkstoff: Auch diese Woche haben wir für dich die wichtigsten Nachrichten und Informationen rund um die Apotheke zusammengestellt.


Mehrwertsteuersenkung

Bereits nächste Woche will der Bundestag die zeitlich befristete Senkung der Mehrwertsteuer beschließen. Damit die Apotheken durch diese Maßnahme nicht auf der Verliererseite stehen, sind hier zusätzliche Hilfen geplant. Die heruntergesetzte Mehrwertsteuer würde bei jeder angefertigten Rezeptur und jedem Medikament auf Rezept über den Kassenabschlag das Netto-Apothekenhonorar verringern. Dadurch hätten die Apotheken, die durch die Corona-Krise bereits ohnehin Einbußen zu vermelden haben, noch stärker belastet. Wie die zusätzlichen Hilfen jedoch genau aussehen werden, ist derzeit noch unklar.


Begehrte Heilberufsausweise

Die flächendeckende Anbindung aller Apotheken in Deutschland an die Telematik-Infrastruktur soll zum 30. September abgeschlossen sein. Dies ist notwendig, um das E-Rezept zum geplanten Zeitpunkt starten zu lassen. Dafür benötigen die Apothekerinnen und Apotheker einen sogenannten Heilberufsausweis, der seit wenigen Wochen bei den zuständigen Kammern beantragt werden kann. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe meldet, dass ihre Mitglieder bereits jetzt 53 Prozent der erforderlichen Institutionenkarten und 49 Prozent der Heilberufsausweise geordert haben. Das Apothekenwesen ist offenbar weitgehend auf den digitalen Fortschritt vorbereitet.


Weitere Lockerungen

Viele Regelungen für den Umgang mit der Corona-Pandemie gelten bundesweit, doch einige Bundesländer sind längst dazu übergegangen, Lockerungen für ihre Bürger einzuführen. Bestimmte Kontaktbeschränkungen in Deutschland gelten bis 29. Juni überall, und auch die bekannten Abstands- und Hygieneregeln bleiben bestehen. In allen Bundesländern dürfen sich inzwischen die Angehörigen von zwei Haushalten privat und in der Öffentlichkeit treffen. Manche Länder wie beispielsweise Schleswig-Holstein erlauben sogar Familienfeiern im Freien mit entsprechenden Maßnahmen für bis zu 50 Personen. Bis zum 31. August wird es deutschlandweit keine Großveranstaltungen geben, in allen Bundesländern gilt zudem eine Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen wie beispielsweise dem Öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. Außerdem darf jedes Geschäft wieder öffnen, wenn es die verhängten Hygieneauflagen einhält, den Zutritt zum Geschäft steuert und Warteschlangen vermeidet.

Die wichtigste Maßnahme für viele Familien ist die Entscheidung, dass ab dem 15. Juni die meisten Kitas und Schulen wieder langsam zum Regelbetrieb übergehen sollen, wenn die Personaldecke und die Räumlichkeiten es hergeben. Es gibt aber auch Kritik an dieser Maßnahme, vor allem in NRW, da wenige Tage danach die Sommerferien beginnen und viele das Risiko einer möglichen Infektion für zu hoch halten. Man solle die Zeit besser nutzen, um die digitale Schule weiterzuentwickeln und für mögliche Rückfälle ab August vorbereitet zu sein.


Neues von der Arzneimittelkommission (AMK)

Die Äquivalenzdosentabelle wurde wieder erweitert. Diese Tabelle erleichtert es dir im Falle einer „aut-simile-Substitution“, ein vergleichbares Arzneimittel zu finden. Aktuell umfasst die Äquivalenzdosentabelle folgende Wirkstoffklassen:

  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-II-Rezeptorblocker
  • Betablocker
  • Bisphosphonate
  • Calciumantagonisten
  • Diuretika
  • Inhalative Corticosteroide
  • Orale Glucocorticoide (neu)
  • Protonenpumpeninhibitoren
  • Statine
  • Triptane


Remdesivir

Nachdem eine Studie gezeigt hat, dass Remdesivir bei einer Corona-Infektion doch wirksam sein kann, wächst die Hoffnung, bald ein Medikament gegen den Covid-19-Erreger in den Händen halten zu können. Erste Studien verliefen eher enttäuschend, doch hier wurde Remdesivir erst dann eingesetzt, als die Patienten bereits beatmet wurden. Die neue Studie an Rhesusaffen zeigt eine eindeutige Senkung der Virenlast, wenn der Wirkstoff gleich zu Beginn der Infektion verabreicht wird. Der Hersteller ist das US-Pharmaunternehmen Gilead. Inzwischen wurde die begrenzte Zulassung von Remdesivir als Mittel gegen Covid-19 auf dem europäischen Markt offiziell beantragt, wie die EMA am Montag mitteilte.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 13.06.2020.

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