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Holunder: Süßer Genuss mit heilender Wirkung

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Von AMIRA-Redaktion


Jetzt blüht er wieder: der Holunder. In der Apotheke bemerken wir die aktuelle Blütezeit erst, wenn die Kunden mit dem Wunsch nach Citronensäure auf uns zukommen. Doch die Blüten können weitaus mehr, als nur zu einem Sirup verarbeitet zu werden!


Wertvolles Gewächs mit Geschichte

Der Holunder gehört zu den Pflanzen, der vom Menschen seit Jahrhunderten genutzt wird. Funde aus prähistorischer Zeit belegen, dass seine Beeren als Färbemittel und Nahrungsmittel dienten. Sogar die hohlen Holzröhren wurden als Bohrer eingesetzt. Eine weitere Funktion kam ihnen als Musikinstrument zu.

Heutzutage kannst du im Frühjahr und im Sommer die Blüten (Sambuci flos) und im Herbst die wohlschmeckenden Früchte (Sambuci fructus) ernten. Doch Vorsicht ist geboten: Falls sie noch unreif sind, kann ihr Genuss zu Erbrechen, Krämpfen und Durchfällen führen. Das hängt mit ihrem Gehalt an cyanogenen Glykosiden zusammen. Werden diese im Körper enzymatisch gespalten, entsteht Blausäure. Je reifer die Beeren sind, desto geringer ist ihr Anteil. Wenn du sie erhitzt, werden sie völlig zerstört.


Gesund durch Holunder – die Wirkung der Blüten

Die Blüten enthalten ätherische Öle, Flavonoide, Hydroxyzimtsäure-Derivate, Triterpene und Schleimstoffe. Du kannst sie als schleimlösendes, auswurfförderndes und schweißtreibendes Mittel bei fieberhaften Erkältungskrankheiten einsetzen. Ihre entzündungshemmende Wirkung ist durch wissenschaftliche Studien belegt. Sie finden Verwendung im getrockneten und gerebelten Zustand.

Du bist erkältet und/oder hast Fieber? Dann bringt dich Holundertee wieder auf die Beine. Du benötigst etwa drei bis fünf Gramm getrocknete Holunderblüten pro Tasse. Einfach mit heißem Wasser aufgießen und vor dem Abseihen circa fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Um den Verlust an ätherischen Ölen zu minimieren, solltest du die Tasse besser abdecken. Wenn du erkältet bist, sind drei Tassen täglich als Schwitzkur sinnvoll.


Süßer Genuss mit heilender Wirkung: Holunderblütensirup

Für Naschkatzen haben wir ein besonderes Rezept.  Die Anleitung für die Herstellung des bekannten Holunderblütensirups wollen wir euch nicht vorenthalten. Für etwa zwei Liter benötigst du:

  • 8 Holunderblütendolden
  • 1,5 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm Zucker
  • 30 Gramm Citronensäure
  • 1,5 Zitronen


Zubereitung
:

  1. Das Wasser mit der Citronensäure und dem Zucker zu einem Sirup kochen. Abkühlen lassen.
  2. Die Zitronen in Scheiben schneiden.
  3. Die Zitronenscheiben und die Holunderblüten abwechselnd in einem Glas schichten.
  4. Den Sirup darüber gießen, das Glas verschließen und an einem warmen Ort zwei Tage ziehen lassen.
  5. Die Blüten und Zitronenscheiben abseihen, den fertigen Holundersirup in Flaschen abfüllen und kühl aufbewahren. Er hält sich ungefähr ein halbes Jahr.


Der Sirup eignet sich im Sommer auch hervorragend zur Zubereitung von erfrischenden Getränken. Beispielsweise kannst du ihn für einen alkoholfreien Cocktail mit Wasser verdünnen und einige Limettenscheiben, Eiswürfel und Pfefferminzblätter dazugeben.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 06.06.2020.

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