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Wochenrückblick: Was sonst noch wichtig ist

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Von AMIRA-Redaktion

Die wichtigsten Nachrichten und Ereignisse der Woche haben wir für dich einem Wochenrückblick zusammengefasst.


Chargenrückruf L-Thyrox HEXAL 100 Mikrogramm, 100 Tabletten

Die Firma HEXAL AG informierte am 28.05.2020 Über einen sofortigen Chargenrückruf von L-Thyrox HEXAL 100 Mikrogramm 100 Tabletten. Bei der Charge KK2878 wurde bei einer Beanstandung festgestellt, dass einige Blister fälschlicherweise auf der Rückseite mit einer Stärke von 25 statt 100 Mikrogramm bedruckt sind. Alle Blister enthalten jedoch Tabletten der Stärke 100 Mikrogramm, die auch auf dem Umkarton aufgedruckt sind. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) bittet alle Apotheken, ihre Warenbestände durchzusehen und alle Kunden zu informieren, die eine solche Charge erhalten haben. Es besteht die Gefahr der Überdosierung.


Neues zu Entlassrezepten
(aktualisiert am 03.06.2020)

Die Sonderregelungen zu den Entlassrezepten, die aufgrund der Corona-Pandemie erlassen wurden, sollten ursprünglich zum 31.05.2020 enden. Doch aufgrund der anhaltenden Gefährdungslage wurden sie vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) kurzfristig verlängert. Im Gegensatz zu anderen Sonderregelungen wurde hier kein Ablaufdatum festgelegt. Sie bleiben so lange in Kraft, bis das Bundesgesundheitsministerium was anderes beschließt.

Folgende Regelungen bleiben also in Kraft:

  • Entlassrezepte dürfen weiterhin innerhalb von sechs Werktagen beliefert werden.
  • Arzneimittelpackungen dürfen bis zum größten Normkennzeichen (N3) verordnet werden.
  • Verbandmittel, Harn- und Blutteststreifen und bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung dürfen für einen Zeitraum bis zu 14 Tagen verordnet werden.
  • Hilfsmittel dürfen ebenfalls für eine Dauer von bis zu 14 Tagen verordnet werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss teilte außerdem mit, dass die Substitution von Arzneimitteln ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durch die Apotheke nur in den Fällen weiterhin zugelassen ist, wenn der Austausch nicht durch ein „aut-idem-Kreuz" ausgeschlossen wurde, oder das Arzneimittel auf der Substitutionsausschlussliste steht.


Absage von Veranstaltungen

Weitere Veranstaltungen fallen aufgrund der Corona-Pandemie aus: die Expopharm wurde abgesagt. Ebenso wird nun auch der vom 7. bis 10. Oktober in München geplante Deutsche Apothekertag nicht stattfinden. Dies beschloss der Gesamtvorstand der ABDA in dieser Woche mit „überwältigender Mehrheit“.


Wichtige Meldung aus dem Bundesgesundheitsministerium

Die Testungen auf das Coronavirus werden ausgeweitet, außerdem sollen die Krankenkassen die Kosten dafür tragen. Auf der Webseite des Ministeriums heißt es dazu: „Am 27. Mai 2020 ist die neue Testverordnung in die Ressortabstimmung gegangen. Damit wird geregelt, dass die gesetzlichen Krankenkassen in klar definierten Fällen auch die Tests auf das Coronavirus für Personen bezahlen müssen, die keine Symptome aufweisen. Angeordnet werden müssen die Tests durch den öffentlichen Gesundheitsdienst. Getestet werden können Kontaktpersonen von Infizierten oder alle Personen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Lebensmittelfirmen (z.B. Schlachthöfen), gastronomischen Einrichtungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kitas und Schulen), wenn dort Fälle mit COVID-19 aufgetreten sind. Angeordnet werden müssen die Tests durch den öffentlichen Gesundheitsdienst.“


Versandapotheken im Höhenflug

Während viele Vor-Ort-Apotheken bedingt durch die Corona Pandemie mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, legen die beiden europäischen Versandapotheken Shop Apotheke Europe und Zur Rose deutlich zu. Laut dem Internetportal „der aktionaer.de“ hat die Deutsche Bank das Kursziel für Shop Apotheke nach dem massiven Kursanstieg seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie von 52 auf 140 Euro angehoben. Die Experten weisen außerdem auf eine aktuelle Studie des Analysten Uwe Schupp hin, der die Kursverdopplung seit Jahresbeginn nicht als „das Ende der Fahnenstange“ sieht. Das Beste stehe den Online-Apotheken noch bevor, schreibt der Experte, der zudem weitere 100 Prozent an Kursgewinnen in den nächsten 18 Monaten für möglich hält. Um nachzuziehen, müssten sich die Präsenzapotheken jedenfalls „etwas einfallen lassen“.

 

Dieser Artikel wurde am 31.05.2020 veröffentlicht und am 03.06.2020 aktualisiert.

 

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Anm. d. Red. (03.06.2020): In der ursprünglichen Version des Artikels stand, dass die Sonderregelungen zu den Entlassrezepten Ende Mai enden. Aufgrund der kurzfristigen Verlängerung haben wir den Absatz zu den Entlassrezepten aktualisiert.

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