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Zeckenplage erwartet: So haben die Blutsauger keine Chance

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Von Nina Bürger


Klein und äußert unbeliebt: Zecken sind fiese Blutsauger, die im schlimmsten Fall Krankheiten übertragen. Förster warnen bereits für dieses Jahr vor einer Zeckenplage. Das milde Wetter der letzten Monate bot den Spinnentieren ideale Bedingungen.


Auf die richtige Kleidung achten

Wer das schöne Wetter genießt und im Gras sitzt, sollte vorsichtig sein. Den besten Schutz vor einem Zeckenstich bietet dann lange Kleidung. Doch auch Anti-Zeckensprays aus der Apotheke können die Blutsauger auf Abstand halten. Kommt es trotzdem zum Kontakt, saugen sich die kleinen Tiere besonders gerne an geschützten Hautpartien wie Achselhöhlen, Kniekehlen, dem Haaransatz oder im Intimbereich fest. Dann macht ihr Speichelsekret die Hautstelle unempfindlich und unterbricht die Blutgerinnung, so dass der Parasit ideal saugen kann. Entdeckst du eine Zecke, sollte sie unbedingt schnell entfernt werden.


Zecken dürfen nicht gequetscht werden

Beim Lösen des Tieres sind eine Zeckenzange oder -karte sowie eine spitze Pinzette mögliche Hilfsmittel. Wichtig ist es, die hakenartigen Mundwerkzeuge vorsichtig durch Hebeln oder Drehen zu lockern. Dabei sollte in keinem Fall der Zeckenkörper gequetscht werden. Sonst drohen Krankheitserreger in die Stichwunde zu gelangen. Gleiches gilt für Hausmittel wie Öl oder Klebstoff. Werden sie vor dem Lösen auf die Zecke gegeben, sondert diese vermehrt Speichel ab. Auch er begünstigt die Übertragung von Viren und Bakterien. Bleibt beim Entfernen ein Teil der Zecke in der Haut stecken, ist das kein Grund zur Panik. Es wird vom Körper abgestoßen. Nach dem „Ziehen“ solltest du die Einstichstelle desinfizieren.


Krankheitsübertragung möglich

Das Gefährliche an Zecken ist, dass sie Krankheiten wie Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Die sogenannte Lyme-Borreliose lässt an einer kreisförmigen, sich ausweitenden Röte rund um den Zeckenstich erkennen. Sie bildet sich einige Tage nach dem Zeckenkontakt und kann einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern haben. Hinzu kommen oftmals Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber. In einem solchen Fall solltest du unbedingt zum Arzt gehen. Dann kann die Borreliose meist gut mit Antibiotika behandelt werden. Ohne Behandlung drohen jedoch Folgeerkrankungen wie Meningitis, Arthritis oder Karditis.

Die FSME kommt in Risikogebieten wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Sachsen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz vor. Da sich Zecken jährlich unterschiedlich ausbreiten, solltest du dazu die jeweils aktuellen Zeckengebiete verinnerlichen. Für die Endemiegebiete des FSME-Virus empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (STIKO) Bewohnern und Reisenden die FSME-Impfung. Typische Symptome einer FSME-Erkrankung sind Nackensteifigkeit und Lichtscheu sowie starke Kopfschmerzen. Dabei kann FSME noch immer tödlich enden, so sterben ein bis zwei Prozent der Erkrankten. Zudem kann es zu Spätschäden des zentralen Nervensystems kommen.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 12.05.2020.

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