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AMIRA-Umfrage: Das bewegt euch am meisten

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Von AMIRA-Redaktion

Mitte April, inmitten der Hochphase der Corona-Krise, wollten wir von euch Apothekenheldinnen und -helden wissen, was euch ärgert, freut und auf dem Herzen liegt, um euch besser unterstützen können. In einer kleinen Umfrage konntet ihr abgesehen von einer Ausnahme per Mehrfachauswahl auf sieben Fragen antworten. Über 1.000 Teilnehmer machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Wir haben eure Antworten nun ausgewertet und wollen euch an den Ergebnissen teilhaben lassen. Im Folgenden listen wir die einzelnen Fragen noch einmal auf und fassen die hervorstechenden Aussagen zusammen.



Mit klarem Abstand landeten hier die „Lieferengpässe“ ganz vorne. Dieses Problem, das es nicht erst seit Corona gibt, scheint durch die Pandemie noch einmal befeuert worden zu sein und war in den letzten Wochen bereits mehrfach Gegenstand von Fernsehbeiträgen. Ebenfalls oft angegeben wurde die Angst vor einer Ansteckung durch den ständigen Kontakt zu Kunden und die hohe Arbeitsbelastung. Hingegen scheinen sich nur wenige um ihren Arbeitsplatz zu sorgen.

Bei den nicht vorgegebenen Antworten unter „Sonstiges“ wurden die Kunden, die wahlweise als „unfreundlich“, „hektisch“ oder „verunsichert“ beschrieben wurden, am häufigsten genannt. Auch die oft ungeklärte „Kinderbetreuung“ spielt(e) bei vielen eine Rolle. Andere wiederum befürchten, die eigene Familie anzustecken oder blicken sorgenvoll einer ungewissen Zukunft entgegen.



Auch hier zeichnete sich eine eindeutige Tendenz ab. Mehr als jeder zweite Teilnehmer gab an, dass die Arbeitsbelastung „deutlich erhöht“ sei. Insgesamt waren knapp 84 Prozent der Auffassung, dass sie mehr arbeiten als sonst. Bei „Sonstiges“ fielen die Antworten etwas differenzierter aus. Einer Mehrheit zufolge sei die Arbeitsbelastung zunächst deutlich erhöht gewesen, habe dann aber mit der Zeit abgenommen.



In mehr als der Hälfte der Apotheken, in denen die Umfrageteilnehmer tätig sind, wurden die Arbeitszeiten offenbar nicht geändert. In knapp einem Drittel der Apotheken wurden die Mitarbeiter den Antworten zufolge in zwei Teams aufgeteilt, was eine Änderung der Arbeitszeiten mit sich gebracht habe. Darüber hinaus gaben die Teilnehmer an, dass mancherorts Überstunden abgebaut werden konnten. Einer Antwort zufolge sei die Anfangszeit nach vorne gezogen worden, damit bei Öffnung der Apotheke „auch alles vorne steht“. Ein Hinweis, den wir bestätigen können, dass in den letzten Wochen in manchen Apotheken ein Ausnahmezustand herrschte.



Hier antworteten fast drei Viertel aller Teilnehmenden, dass ihnen der psychische Kontakt zu ihren Mitmenschen am meisten fehle. Auch die eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten haben viele beschäftigt. Mit Beziehungsproblemen innerhalb der häuslichen Gemeinschaft zu kämpfen hatten hingegen die wenigsten.

Wenig überraschend ist, dass bei dieser Frage am häufigsten der Punkt „Sonstiges“ ausgefüllt wurde, wobei es auch zu Überschneidungen mit den Antworten bei Frage 1 kam. Sorge bereitete vielen der Gesundheitszustand ihrer älteren Angehörigen, die unter anderem zur Risikogruppe zählen, der Ausfall des Urlaubs, die erschwerten Bedingungen beim Einkaufen, die Panik, die „Medien schüren“ oder der Verdienstausfall des Partners. Einige wenige wiederum hatten keinerlei Probleme zu beklagen.



Bei diesem Teil der Umfrage bot sich ein ausgeglichenes Bild. Die meisten sind enttäuscht von den Kunden und hoffen auf mehr Verständnis, dazu fühlen sich viele von den Gesundheitsämtern und Apothekerkammern im Stich gelassen. Unter „Sonstiges“ wurden am häufigsten eine bessere Vergütung („Corona-Prämie), mehr Anerkennung durch den Chef, die Politik und die Medien genannt.



Gleich zwei Antworten wurden exakt gleich oft angewählt: „Kleine Aufmerksamkeiten für die stressige Zeit“ und „Mehr Verständnis für unsere aktuelle Arbeitsbelastung“. Das deckt sich auch weitgehend mit den Erkenntnissen aus den anderen Fragen. Knapp ein Viertel der Teilnehmenden fühlt sich zudem nicht ausreichend durch die Pharmaindustrie informiert. Dominierendes Thema im Feld „Sonstiges“ waren die Lieferengpässe sowie die Forderung, die Hauptproduktion nach Deutschland zu verlagern.

Außer „Engere Vernetzung mit anderen Kollegen“ erzielten hier alle Antwortmöglichkeiten relevante Werte, wobei die Linksammlung zu wichtigen Corona-Mitteilungen euch am meisten auf dem Herzen liegt. Fast die Hälfte wünscht sich zudem digitale Schulungsinformationen zu bestimmten Themen. Bei den sonstigen Antworten fiel auf, dass einige dem Coronavirus und der Berichterstattung rund um die Pandemie überdrüssig sind. Gewünscht wurde daher etwa eine „Corona-freie Zone“. Einige tun sich außerdem damit schwer, die Kommentare unter den Beiträgen zu lesen und schlagen eine „Scrollmöglichkeit“ vor. Ansonsten gab es sehr häufig auch ein „Weiter so!“ von eurer Seite.


Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten auf Grundlage der wichtigsten Erkenntnisse unser Angebot optimieren. Vielen Dank für eure rege Resonanz!


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 05.05.2020.

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