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Gänseblümchen: Schon römische Gelehrte schätzten die Heilwirkung

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Von Eva Bahn

 

Die positiven Effekte von Gänseblümchen (Bellis perennis) wissen und schätzen Menschen bereits sehr seit vielen Jahrhunderten. Plinius der Ältere erwähnte die Pflanze bereits im 1. Jahrhundert und schrieb ihm eine heilende Wirkung zu. In Königsgräbern aus dem dritten Jahrtausend fand man in der biblischen Stadt Ur einen goldenen Kopfschmuck, der mit Gänseblümchen verziert ist. Doch was kann die Pflanze überhaupt?


„Hübsche“ Pflanze, die auch gegessen werden kann

Das Gänseblümchen ist einer der ersten blühenden Frühlingsboten und wird auch „Maßliebchen“ oder „Tausendschön“ genannt. Die krautige, meist etwa zehn Zentimeter hochwachsende Pflanze aus der Familie der Korbblütler findest du auf zahlreichen Wiesen sowie in Gärten und Parks in Mitteleuropa. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Böden und gilt auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Weiden als Zeigerpflanze für verdichtete Böden und Übernutzung. Der lateinische Name „bellis“ steht für „schön“ oder auch „hübsch“. Der zweiter Namensteil „perennis“ bedeutet sowohl „ausdauernd“ als auch „mehrjährig“, denn sie überlebt als Speicherpflanze den Winter.

Du kannst die Knospen sowohl sauer eingelegt als Kapernersatz, als auch roh essen, dann schmecken sie angenehm nussartig. Wenn die Blüten sich bereits geöffnet haben, schmecken sie leicht bitter. Als Salatbestandteil können sie aber wie auch die jungen Blätter der Innenrosette sehr gut dienen.


Anwendung in der Naturheilkunde

In der Natur- und Volksheilkunde findet das Gänseblümchen eine breite Verwendung bei vielen verschiedenen Beschwerdebildern, zu denen unter anderem gehören:

  • Hauterkrankungen
  • Verschiedenen Frauenleiden wie schmerzhalten Monatsblutungen oder ausbleibender Regel
  • Entzündungen im Beckenbereich
  • Schlaflosigkeit
  • Schmerzen
  • Zur Unterstützung der Verdauung
  • Zum Lösen von festsitzendem Schleim bei Erkältungskrankheiten


Getrocknete Gänseblümchen können als Heil-Tee, als Dampfbad zum Inhalieren, als Badezusatz bei entzündlichen Hauterkrankungen verwendet werden. Da die wirksamen Bestandteile wasserlöslich sind, kann ein Tee mit etwa zwei Teelöffeln pro Tasse wie folgt zubereitet werden: Die Blüten werden mit siedendem Wasser überbrüht und abgedeckt etwa zehn Minuten ziehen gelassen. Zwei Tassen pro Tag ist hier die übliche Dosierung. Äußerlich kann der abgekühlte Absud auch als Gesichtswasser bei unreiner Haut benutzt werden. 


Phytotherapeutisch relevante Inhaltsstoffe

Die Blüten des Gänseblümchens enthalten das Saponin Bayogenin, das übrigens auch im Echten Goldrutenkraut (Solidaginis virgaureae herba) und im Riesengoldrutenkraut (Solidaginis herba) vorkommt. Weiterhin liegen Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glucoside, ätherische Öle und Schleim vor. Neuere Studien bestätigen eine moderate antimikrobielle und antihyperlipidämische Wirkung. Die Inhaltsstoffe wirken außerdem antioxidativ und blutstillend. 

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 28.04.2020.

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