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Schutzmasken: Das solltest du wissen

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Von AMIRA-Redaktion

 

Bundesweit gibt es zwar lediglich eine „dringende Empfehlung“ in Bussen, Bahnen und Geschäften Schutzmasken zu tragen, doch immer mehr Bundesländer erklären es zur Pflicht. Auch im Apothekenalltag kommen immer wieder Fragen dazu auf wie „Was ist der Unterschied zwischen den einzelnen Masken?“ und „Kann man sie nur einmal tragen oder lassen sie sich regenerieren?“. Wir haben eine Übersicht für dich zusammengestellt.


Wo gibt es bereits eine Maskenpflicht? Wie sehen die Regelungen der einzelnen Bundesländer aus?

  • Baden-Württemberg: Maskenpflicht ab dem 27.04., Tragepflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und im Einzelhandel; in Sulz am Neckar und Kirchheim unter Teck war das Tragen von Mundschutz bereits vorher Pflicht
  • Bayern: Maskenpflicht ab dem 27.04., Tragepflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und im Einzelhandel
  • Berlin: Maskenpflicht in Planung, voraussichtlich ab nächster Woche
  • Brandenburg: bislang keine landesweite Maskenpflicht in Planung; in der Landeshauptstadt Potsdam gilt sie allerdings ab dem 27.04.
  • Bremen: keine Maskenpflicht, jedoch dringend empfohlen für Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel und Käufer in Geschäften
  • Hamburg: Maskenpflicht im Einzelhandel, auf Wochenmärkten und im öffentlichen Nahverkehr ab dem 27.04.
  • Hessen: landesweite Maskenpflicht in Planung, genauer Zeitpunkt noch unklar; in der Stadt Hanau bereits seit 20.04. Pflicht
  • Mecklenburg-Vorpommern: Maskenpflicht ab dem 27.04., Tragepflicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Taxis
  • Niedersachsen: landesweit vorgeschriebene Maskenpflicht ab 27.04., in Wolfsburg bereits Pflicht
  • Nordrhein-Westfalen: Maskenpflicht ab dem 27.04. in Läden, auf Märkten und im öffentlichen Nahverkehr; in Münster auch in öffentlichen Bereichen der städtischen Verwaltungsgebäude
  • Rheinland-Pfalz: Maskenpflicht ab dem 27.04. in Läden, auf Märkten und im öffentlichen Nahverkehr
  • Saarland: Maskenpflicht ab dem 27.04. in Läden, auf Märkten und im öffentlichen Nahverkehr
  • Sachsen: erstes Bundesland mit Maskenpflicht seit dem 20.04.
  • Sachsen-Anhalt: Maskenpflicht ab dem 23.04. beim Einkaufen und Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Schleswig-Holstein: Maskenpflicht voraussichtlich ab dem 29.04.
  • Thüringen: Maskenpflicht voraussichtlich ab dem 24.04.; Jena hatte als erste Stadt in Deutschland zuvor eine Maskenpflicht eingeführt; im Kreis Nordhausen auch bereits Pflicht

 

Was gilt als „Schutzmaske“?

Zum jetzigen Zeitpunkt wird alles allgemein als „Schutzmaske“ angesehen, das Mund und Nase bedecken kann. Dazu gehört der einfache Einmalmundschutz aus Vliespapier genauso wie eine professionelle FFP3-Maske, ein Behelfsmundschutz aus Stoff, ein Tuch oder ein einfacher Schal. Da im medizinischen Bereich ein Mangel an Schutzmasken droht, sollten Privatpersonen auf DIN-genormte FFP-Masken verzichten.

Die einzelnen Masken unterscheiden sich jedoch in der Wirksamkeit, Tröpfchen zurückzuhalten:

  • Mund-Nasen-Bedeckungen („community masks“): Sie können selbst genäht werden und dienen als mechanische Barriere für eine Übertragung von Atemtröpfchen oder Speichel beim Atmen, Husten oder Niesen. Der Effekt ist allerdings gering. Sollten solche Masken nicht zur Verfügung stehen, können alternativ auch ein Tuch oder ein Schal vor Mund und Nase gebunden werden.
  • Medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) (sogenannte Operations (OP)-Masken): Sie werden vor allem im medizinischen Bereich eingesetzt und dienen primär dem Schutz des Gegenübers. Sie können die Verbreitung von Speichel- oder Atemtröpfchen der Trägerin oder des Trägers verhindern. OP-Masken müssen bestimmte gesetzliche Vorschriften erfüllen und zählen dann zu den Medizinprodukten. Dies lässt sich am CE-Kennzeichen erkennen.
  • Partikel-filtrierende Halbmasken (filtering face piece, FFP-Masken): Sie halten bestimmte Schadstoffe und auch Viren ab. Die Anwendung erfolgt hauptsächlich in Arbeitsbereichen, in denen sich gesundheitsschädliche Stoffe in der Luft befinden. Je nach Filterleistung unterscheidet man zwischen FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken. Für die Behandlung von COVID-19-Patienten kommen generell FFP2- und FFP3-Masken zum Einsatz.

 

Was bedeutet eine Schutzmaskenpflicht im Einzelhandel genau?

In den betroffenen Bundesländern müssen Kunden, die ein Geschäft betreten, sich den Mund- und Nasenbereich abdecken. Die Geschäfte sind nicht verpflichtet, Masken bereitzustellen. Wer ohne Mundschutz ein Geschäft betritt, handelt ordnungswidrig und muss mit einem Bußgeld rechnen. In Jena kostet ein Verstoß beispielsweise 50 Euro. Auch die Geschäftsinhaber, die es zulassen, dass Kunden bei ihnen ohne Mundschutz einkaufen, können mit Bußgeldern belegt werden. In den Apotheken sollte ein Mitarbeiter immer dann einen Mundschutz tragen, wenn er den Mindestabstand von 1,50 Metern zu den Kunden oder Kollegen nicht einhalten kann.


Wie oft und wie lange kann ich einen Mundschutz verwenden?

Egal, welche Art Maske verwendet wird: Alle müssen regelmäßig gewechselt werden, weil sie nach einer gewissen Tragezeit durch die Atemluft feucht werden und so ihre Schutzfunktion verlieren. Die selbst genähten Behelfsmundschutze aus Stoff können in der Waschmaschine bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad und einem Vollwaschmittel gewaschen werden und sind dann nach dem Trocknen wieder einsatzfähig. Grundsätzlich können solche Masken auch ohne einen Waschgang wiederverwendet werden, vorausgesetzt sie werden bei hohen Temperaturen und über mehrere Minuten gebügelt. Wer diese Masken wiederverwenden will, kann sie alternativ auch bei 70 Grad eine halbe Stunde im Backofen erhitzen, denn trockene Hitze tötet die Coronaviren ab. Eine Lagerung in der Gefriertruhe ist nicht hilfreich, da die Viren dort nicht absterben.

FFP2- und FFP3-Masken dürfen nicht mit den oben beschriebenen Methoden getrocknet beziehungsweise desinfiziert werden, da die Reinigungsverfahren zu einer Beschädigung der Filter führen. Generell sind FFP-Masken Einmalartikel und müssen aus hygienischen Gründen nach der Benutzung entsprechend entsorgt werden. Beim Abnehmen einer FFP-Maske ist zu beachten, dass die äußere Oberfläche nicht mit Mund, Nase, Schleimhäuten oder ungeschützten Händen in Berührung kommt.

Aufgrund des Mangels an Masken hat das Robert-Koch-Institut allerdings „mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19“ empfohlen. So können diese Masken unter bestimmten Bedingungen erneut verwendet werden. Die dort beschriebenen Regelungen sind während der Corona-Pandemie gültig und gelten vorläufig bis zum 31. August 2020.


Welche Tragehinweise solltest du den Kunden geben?

Oft sieht man Menschen, die eine Maske tragen, sie aber unter dem Kinn hängen haben und nur in einer vermeintlichen Gefahrensituation über Mund und Nase ziehen. Das kann besonders gefährlich sein, da auf diese Weise eine Schmierinfektion möglich ist. Auch husten manche Menschen, da sie sich und andere durch die Maske geschützt fühlen, einfach in den Raum. Trotz Maske gilt weiterhin die Husten- und Niesetikette, die besagt, dass man in die Armbeuge husten soll. Auch der Mindestabstand von 1,50 Metern darf trotz Maske nicht unterschritten werden.

Weiterhin sollte ein Bart komplett unter die Maske passen und lange Haare zu einem Zopf zusammengebunden werden. Zum Anziehen sollte die Maske an den Gummibändern angefasst und diese über die Ohren gelegt werden, bevor sie vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger in die richtige Position gesetzt wird. Während des Tragens sollte sie nicht berührt und auch nach dem Absetzen nur an den Gummibändern, und nicht von außen, angefasst werden. Beim Absetzen empfiehlt es sich, kurz die Luft anzuhalten und die Hände danach gründlich mit Seife zu waschen.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 22.04.2020.

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