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Corona-Update: Das hat sich alles geändert

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Von Eva Bahn

 

Die Berichterstattung zum Coronavirus ist sehr dynamisch, täglich, sogar fast stündlich kommen neue Aspekte hinzu. Das sind die wichtigsten Neuerungen für den Apothekenalltag.


Die „SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung“

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung während der Pandemie einen Entwurf der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung vorgelegt. Die Eilverordnung beinhaltet zahlreiche Änderungen. Die Wichtigsten sind folgende:

  • Die Wiederholungsrezepte, die eigentlich seit März zulässig sein sollten, wurden wieder abgeschafft.
  • Es gibt nun mehr Austauschmöglichkeiten bei Arzneimitteln. Eine „aut idem“-Abgabe soll demnach immer möglich werden, eine „aut simile“-Abgabe (nicht wirkstoffgleich, aber wirkstoffähnlich) nach Rücksprache mit dem Arzt. Außerdem müssen „aut-idem“-Kreuze nicht mehr beachtet werden. Teilmengen und Großpackungen über der definierten Messzahl dürfen ohne Rücksprache abgegeben werden, wie auch andere Wirkstärken, vorausgesetzt die verordnete Gesamtmenge des Arzneimittels wird nicht überschritten. Das gilt für privat und gesetzlich Versicherte. In diesen Fällen wird es einen Retaxationsausschluss geben.
  • Krankenhäuser erhalten mehr Spielraum beim Entlassmanagement (Verordnung von Arzneimittelpackungen bis N3, sonstige Leistungen für Zeitraum von 14 Tagen)
  • Wenn Apotheken einen dringenden Bedarf an Betäubungsmitteln haben, die nicht lieferbar sind, dürfen sie diese von anderen Apotheken beziehen.
  • Ein Botendienst wird auch bei Substitutionspatienten möglich
  • BtM-Rezeptformulare dürfen von einem Vertretungsarzt benutzt werden
  • Geplant ist ebenso eine Honorierung des Botendienstes. Apotheken sollen für diese Leistung einmalig 250 Euro und für jede Lieferung an den Patienten fünf Euro erhalten.

Das Gesetz tritt nach seiner Verkündigung in Kraft.


Corona-Sonderzahlungen vom Arbeitgeber

Als Anerkennung für Beschäftigte während der Corona-Krise hat das Bundesfinanzministerium mitgeteilt, dass Sonderzahlungen bis zu einem Betrag von 1500 Euro im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt sind. Diesen Bonus kann der Arbeitgeber zusätzlich zum vertraglich geregelten Gehalt zahlen. Aus Sicht der Apothekenleiter ist die Frage ungeklärt, welche finanziellen Unterstützungen sie erhalten könnten, um diese an die Angestellten weitergeben zu können.


Flächendesinfektionsmittel für berufliche Verwender

Apotheken dürfen ab sofort auch für berufliche Verwender Flächendesinfektionsmittel herstellen. Erlaubt sind hierzu Ethanol 80% (v/v), eine Natriumhypochloridlösung 2,5% und wässrige Chloramin- T-Lösungen. Die Erlaubnis gilt vorläufig bis zum 30.09.2020.


„Maske 19“ – Code für Frauen in Not

Nicht für alle Familien ist die Quarantäne eine Zeit, um friedlich beisammen zu sein und sich näherzukommen. Experten gehen davon aus, dass die häusliche Gewalt vor allem gegen Frauen und Kinder während der Corona-Pandemie zunehmen wird. Daher wurde ein Hilfetelefon für Frauen eingerichtet, das unter der Rufnummer 0800/116 016 erreichbar ist. Auch auf der Website des Bundesamts für Familie können Frauen Hilfe finden.

In Frankreich und einigen Provinzen Spaniens werden laut eines FOCUS-Berichtes auch die Apotheken in die Hilfe für die Betroffenen eingebunden. Wenn eine Person dort in einer Apotheke den Code „Maske 19“ benutzt, dann sind die Mitarbeiter dort angehalten, die Polizei zu informieren. Auch hierzulande verbreitet sich dieser Code allmählich.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 09.04.2020.

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