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2022: Das E-Rezept kommt

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Von Eva Bahn

 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will das E-Rezept ab dem 01.01.2022 zur Pflicht machen. Das geht aus dem Gesetzesentwurf hervor, der kürzlich bekanntgegeben wurde. Der Bundestag wird im Herbst darüber entscheiden, ob es in diesem Wortlaut verabschieden werden kann. Wahrscheinlich werden die meisten Apotheken bis zu dem Zeitpunkt ohnehin mit der notwendigen Technik ausgestattet sein, denn der Termin zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) läuft bereits Ende September 2020 aus.


Weiterhin gelbes Rezept für Betäubungsmittel

Die einzige App, die dazu entwickelt wird, kommt von der Gesellschaft für Telematik (Gematik). Apps von weiteren Anbietern können sich dann mit dieser verbinden, um die E-Rezepte zu übermitteln. Wenn das Gesetz in Kraft tritt, darf ein Papierrezept nur noch dann ausgestellt werden, wenn „die hierfür erforderlichen Komponenten und Dienste der Telematikinfrastruktur zum Zeitpunkt der Rezepteinlösung in der Apotheke technisch zur Verfügung stehen“. Von der zwingenden elektronischen Verordnungsform sind über den genannten Termin hinaus nur noch die Betäubungsmittel- und die T-Rezepte ausgenommen.


Weiterhin freie Apothekenwahl

Die Wahl der Apotheke bleibt weiterhin dem Patienten selbst überlassen. Dazu wurde ein sogenanntes „Makelverbot“ beschlossen, das es verhindern soll, dass Dritte Vorteile daraus ziehen, das E-Rezept an bestimmte Anbieter weiterzuleiten. Der Patient kann sein Rezept entweder digital an eine Online-Apotheke oder eine Apotheke vor Ort der Wahl übermitteln oder sich den sogenannten „Token“ ausdrucken, mit dessen Hilfe eine Apotheke das Rezept vor Ort auslesen kann. Dies wird nötig sein, wenn der Patient kein Endgerät wie beispielsweise ein Smartphone besitzt.


Elektronische Patientenakte: Apotheken sollen Honorar erhalten

Zusätzlich zum Beschluss, das E-Rezept ab 2022 zur Pflicht zu machen, wurde auch noch ein weiterer wichtiger Passus für die Apotheken verabschiedet. Die Einführung der elektronische Patientenakte (ePA) ist für Spahn ebenfalls ein wichtiges Thema. Vertragsärzte erhalten für die Mitwirkung und die Unterstützung der Patienten bei der Nutzung der ePA eine Vergütung. Ebenso sollen auch die Apotheken ein Honorar in bisher unbekannter Höhe erhalten, wenn sie den Patienten bei deren Nutzung und Befüllung Unterstützung leisten.

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 03.04.2020.

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