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Schlafrhythmus: Bist du eine Eule oder eine Lerche?

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Von AMIRA-Redaktion

 

Das tägliche Szenario: Der Wecker klingelt. Du musst aufstehen und dich fertig machen. Manche Kolleginnen und Kollegen zwingen sich aus dem Bett und können ohne Kaffee nicht den Tag beginnen. Der Weg zur Apotheke ist dann regelrecht ein innerer Kampf. Andere hingegen sind schon vor dem Wecker wach. Woran liegt das?


Die innere Uhr entscheidet

Am Sonntag, den 29. März 2020 beginnt die mitteleuropäische Sommerzeit. Die Uhren werden dann um eine Stunde von 2:00 auf 3:00 Uhr vorgestellt. Die Zeitumstellung haben wir zum Anlass genommen und uns gefragt: Wer schläft warum wie lange? Lange Jahre hat sich die Wissenschaft mit dieser Frage befasst und zwei Typen bestimmt, die sie nach Vogelarten benannt hat. Eine neuere Untersuchung hat zwei weitere Schlaftypen zutage gefördert, doch sie ist aufgrund des Studiendesigns nicht repräsentativ.

„Morgenstund’ hat Gold im Mund“: Der Schlaftyp „Lerche“ legt sich früh ins Bett und steht früh auf. Dem anderen Schlaftyp, der „Eule“, macht keine geflügelte Redewendung die Ehre. Sie bleibt lieber länger wach und steht später auf. Diese Einteilung geht zurück auf den deutschen Psychiater Emil Kraepelin. Wer welcher Typ ist, hängt unter anderem von den Genen ab.

Das Schlafverhalten hat dabei nicht nur Auswirkungen auf den Schlaf an sich, sondern auch auf die Aktivphasen während eines Tages. Bist du eine Lerche, bist du kurz nach dem Aufstehen fit und aufnahmefähig. Das hält etwa bis zur Mittagszeit an. Auf ein kurzes Tief folgt nochmal eine Hochphase, ab dem frühen Abend ist die Aufnahmefähigkeit dann sehr begrenzt. Eulen hingegen brauchen nach dem Wachwerden eine Weile, bis sie etwas aufnehmen können. Je später es wird, desto aufnahmefähiger werden sie, besonders in den Abend- und frühen Nachtstunden. Es ist sinnvoll, diese „innere Uhr“ im Berufsleben und allen weiteren Aktivitäten, die man plant, zu berücksichtigen, denn sie bleibt einem ein Leben lang treu.


Kinder und Rentner sind Frühaufsteher

Der Mensch ändert seinen Schlafrhythmus allerdings während seines Lebens. Kinder sind in der Regel immer Frühaufsteher und schlafen insgesamt lange. Teenager gehen lieber später schlafen und stehen entsprechend später auf. Je älter der Mensch wird, wird er tendenziell wieder zum Frühaufsteher. Dennoch bleiben die Unterschiede zwischen Eulen und Lerchen weitestgehend bestehen.

Eine neuere Studie* legt nahe, dass es zwei weitere Schlaftypen gebe: den „Nachmittagstypen“ und den „Napper“. Der Nachmittagstyp ist demnach in der Regel morgens und abends müde, sein Hoch liegt in der Zeit zwischen Mittag und Abend. Der „Napper“, auch „Nickerchen-Typ“, ist in der Regel um die Mittagszeit herum müde und morgens und abends wach. Die Untersuchung dürfte allerdings nicht repräsentativ sein, da die befragten 1305 Studienteilnehmer hauptsächlich junge Frauen waren und damit keine Daten zu allen Altersgruppen und Geschlechtern vorlagen.


Schlafmangel beeinträchtigt die Gesundheit

Unabhängig davon, welcher Schlaftyp du bist, eines solltest du unbedingt beachten: Gefährlich für deine Gesundheit wird es, wenn du permanent gegen deine innere Uhr lebst und chronisch zu wenig schläfst. Untersuchungen legen nahe, dass wenig schlafende Menschen anfällig für Übergewicht und Diabetes sind und sich häufiger erkälten. Wer dagegen Wert auf einen ausgewogenen Schlaf legt, fühlt sich wohler und lebt zudem gesünder.

 

*Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0191886919303071#!

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 28.03.2020.

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