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Ab heute lohnt sich das Arbeiten − für Frauen

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Von AMIRA-Redaktion


Frauen verdienen weniger als Männer, das ist fast in allen Gebieten der Welt so. Auch in Deutschland. Um auf diesen gravierenden Missstand hinzuweisen, wurde vor einigen Jahren der „Equal Pay Day“ eingeführt. In Deutschland markiert der Aktionstag symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, dieser Tag fällt dieses Jahr auf den 17. März.

Da die durchschnittliche unbereinigte Entgeltdifferenz von 21 Prozent 77 Kalendertagen im Jahr entspricht, markiert er in den verschiedenen Ländern rechnerisch üblicherweise jenen Tag, bis zu dem oder ab dem Frauen unentgeltlich arbeiten würden, wenn sie ab oder bis zu dem Tag den gleichen Lohn wie Männer bekämen. Einige Länder wie Portugal legen das Datum daher in den Herbst eines Jahres. Der erste Equal Pay Day in Deutschland fand 2008 statt.

Die „Teilzeit-Falle“

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete kürzlich, dass der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen im vergangenen Jahr mit 17,72 Euro um 20 Prozent niedriger lag als der von Männern (22,61 Euro). Ein Problem ist, dass Frauen viermal so häufig wie Männer in Teilzeit arbeiten, meist um Kindererziehung, häusliche Pflege und Hausarbeit mit einer Erwerbstätigkeit in Einklang zu bringen. Es liege also nicht per se daran, dass Frauen ihres Geschlechts wegen schlechter bezahlt werden, argumentieren Kritiker des Aktionstages.

Ein Knackpunkt stellt die Geburt des ersten Kindes dar. „Bei Jüngeren ist der Unterschied in der Bezahlung noch nicht so groß“, wird Katharina Wrohlich in einem aktuellen Beitrag von t-online.de zitiert. Sie leitet am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Forschungsgruppe Gender Economics. „Später aber – sobald das erste Kind da ist – wächst die Lücke sprunghaft an“, so die Ökonomin. Wrohlich spricht von der „Teilzeit-Falle“. t-online zufolge führen die Lohnunterschiede unter anderem dazu, dass Frauen weniger Kredite erhalten und höhere Zinsen als Männer. Diese Aussage stützt das Portal auf eine Studie von Verivox.

Tipps für Gehaltsverhandlungen für Frauen

Der „Business and Professional Women (BPW) Germany e.V.“ zeichnet sich seit einigen Jahren für Veranstaltungen rund um den Equal Pay Day verantwortlich. Der Verein setzt sich für eine finanzielle Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein. Das Motto des Aktionstages in diesem Jahr lautet „Auf Augenhöhe verhandeln − WIR SIND BEREIT“.

Doch es geht den Verantwortlichen nicht nur um PR-Aktionen. Sie wollen weibliche Berufstätige auch dazu ermuntern, aktiv etwas für eine bessere Bezahlung zu tun. In einem online verfügbaren PDF-Journal haben sie drei Tipps zusammengestellt, die Frauen Lohn- und Preisverhandlungen erleichtern sollen. „Erfolgreiche Verhandlungen haben mit Systematik zu tun. Gut vorbereitet und mit vielen Forderungen in der Tasche kann das Spiel von Geben und Nehmen durchaus Spaß machen“, heißt es in dem Beitrag, der auf den Seiten 10 und 11 zu finden ist.

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