Amira® Magazin  » Artikel durchsuchen  » Weniger Bürokratie während Pandemie: Apotheker fordern Aussetzung der Rabattverträge

Weniger Bürokratie während Pandemie: Apotheker fordern Aussetzung der Rabattverträge

in Beruf & HV 157 Kommentare 1.134 Views

Von Eva Bahn

Die Apotheken haben unter anderem wegen der Corona-Pandemie mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Zusätzlich zu den besorgten Kunden kommt bei den Mitarbeitern die Angst auf, sich selbst mit dem Corona-Virus anzustecken und die Sorge um die eigene Familie. Schulen und Kitas sind geschlossen, das bringt nicht zuletzt eine Neu-Organisation der Kinderbetreuung mit sich. Denn die ist, wie so oft in den meisten Familien auch, immer noch hauptsächlich Frauensache und die meisten Apothekenmitarbeiter sind Frauen. So manche/r Apothekenleiter/in reagiert nun mit Kurzarbeit, oder kleineren Teams, was finanziell belastend ist.

Hohe Belastung durch Lieferengpässe

Um dieser Mehrfachbelastung leichter standzuhalten hat der Verein Freie Apothekerschaft den Gesetzgeber am 15.03.2020 aufgefordert, die Rabattverträge zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und den Pharmaherstellern während der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufenen Pandemiezeit außer Kraft zu setzen. Auf der Homepage heißt es:

„Die bereits bestehenden Lieferengpässe bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zusammen mit der Corona-Pandemie belasten die Apotheken immens. Der Aufwand und die Personalkosten, die dabei entstehen, Alternativen zu den nicht lieferbaren Arzneimitteln zu beschaffen, stehen in keinem Verhältnis mehr zum Honorar. Die derzeitige Arzneimittelversorgung, die sich ausschließlich am Preis orientiert, muss umgehend so geregelt werden, dass die Apotheker ohne überbordende Bürokratie und außerhalb der pekuniären Interessen der Krankenkassen die Patienten mit den vorhandenen notwendigen und teilweise lebenswichtigen Arzneimitteln versorgen können.“

Weniger Bürokratie, mehr Zeit für pharmazeutische Betreuung

Eine Aussetzung der Rabattverträge würde zweifelsohne, vor allem in der derzeitigen Situation, eine Erleichterung für die Apotheken bedeuten. Das Telefonieren mit den Arztpraxen zu nicht lieferbaren Arzneimitteln oder zu Rezeptänderungen würde beispielsweise wegfallen. Das Apothekenpersonal hätte dann mehr Zeit, sich auf das Wesentliche zu fokussieren – die pharmazeutische Betreuung.

 

Wie siehst du diese Forderung? Fühlst du dich von der Politik genügend gewürdigt und unterstützt? Welche Maßnahmen würden dich noch zusätzlich in dieser Krisensituation entlasten können?

Kommentare

157 Kommentare