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Corona-Pandemieplan: Organisation ist das A & O

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Von Eva Bahn

Während es für pandemische Influenzaausbrüche seit beinahe zehn Jahren Pläne für die Apotheken gibt, nach denen sie im Falle eines Falles handeln können, hat uns das Coronavirus kalt erwischt. Auf was kommt es jetzt an, was sollten Apotheken organisieren? Wir helfen euch beim Erstellen eines Corona-Pandemieplanes!

In der Apotheke ist in den letzten Wochen ein Anstieg der Kundenzahl zu spüren. Menschen wollen auf der einen Seite Atemschutzmasken und/oder Desinfektionsmittel kaufen oder letztere herstellen lassen. Andererseits scheint auch der Beratung einen großen Stellenwert eingeräumt zu werden. Apotheker, PTA und PKA sind hier gleichermaßen gefragt.

Für einen gut organisierten Apothekenalltag während einer Pandemie sind mehrere Punkte zu beachten. Die wichtigsten Punkte sind der Arbeitsschutz und vor allem verbindliche Reinigungs- und Putzpläne, damit deine Apotheke nicht zum „Corona-Hotspot“ wird. Der Personalplanung sollte – wie auch der sinnvollen Warenbestellung – eine hohe Priorität eingeräumt werden.

Arbeitsschutz

Hier sind Apothekeninhaber gefragt, die sich eng an die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV) halten sollten. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wird das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 in die Risikogruppe drei eingestuft.

Auf ihrer Website stellt die Bundesapothekerkammer (BAK) außerdem Arbeitsschutzmaßnahmen zur Tätigkeit in der Apotheke während einer Influenza-Pandemie bereit, an die ihr euch orientieren könnt. Wichtig ist auch die Einweisung jedes einzelnen Mitarbeiters, damit jeder weiß, wie er sich und seine Kollegen in der Apotheke am besten schützen kann. Diese sollte von allen unterschrieben werden.

Personalplanung

Wer hat wann Urlaub? Ein fehlender Kollege sollte in Krisenzeiten ersetzt werden können. Vielleicht kann dafür jemand anders Stunden aufstocken? Wer kommt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit? Was passiert, wenn diese ausfallen? Kann er vielleicht von jemandem abgeholt werden? Falls bei hohem Krankenstand Kollegen einspringen müssen, ist es sinnvoll für sie vorher abzuklären, wer sich beispielsweise während dieser Zeit um ihre Kinder kümmern könnte. Hier können Apps helfen, damit jeder einen Überblick darüber hat, wer wann eingesetzt werden kann.

Reinigungspläne

Das Qualitätsmanagement verlangt das Führen von Reinigungsplänen für alle Arbeitsbereiche. In Pandemiezeiten sollten wenigstens die Reinigungsarbeiten im Handverkaufsbereich häufiger durchgeführt werden. Auch das regelmäßige Lüften gehört hier dazu. Wenn du eine Liste erstellst, in der jeder sei Kürzel hinter die angedachten Uhrzeiten setzen kann, fällt es euch leichter zu überblicken, wann wieder gereinigt werden muss. Festgelegt wird vorher zum Beispiel, dass stündlich im HV-Bereich mit Desinfektionsmittel durchgewischt und gelüftet wird, der Boden aber nur alle zwei Stunden.



Warenbestandsplanung

Der Influenzapandemieplan empfiehlt, sich für mindestens vierzehn Tage im Voraus mit den wichtigsten Medikamenten gegen Erkältungssymptome einzudecken. Auch euer Antibiotikabestand sollte hoch genug sein, um ein paar Tage damit auskommen zu können. Die Bevorratung mit Desinfektionsmitteln ist auch empfehlenswert, auch wenn diese derzeit Mangelware sind. Falls ihr die Ausgangsstoffe habt, könnt ihr diese in der Rezeptur auch selbst herstellen.

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