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Fieber richtig messen

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Von Nina Bürger


In Zeiten von Erkältung, Grippe und Corona-Virus liegt das Fieberthermometer häufig griffbereit in der Hausapotheke. Mit welchem Gerät aber misst man schonend und erhält zugleich exakte Werte?

Definition von Fieber

Unter Fieber ist die Erhöhung der Körpertemperatur als Folge einer Sollwertverstellung im hypothalamischen Wärmezentrum zu verstehen. Gängig ist dabei folgende Einteilung:

  • 36,5 - 37,4 Grad: Normal-Temperatur
  • 37,5 - 38,0 Grad: Subfebrile Temperatur
  • 38,1 Grad - 38,5 Grad: Leichtes Fieber
  • 38,6 Grad - 39,0 Grad: Mäßiges Fieber
  • 39,1 Grad - 39,9 Grad: Hohes Fieber
  • 40,0 Grad - 42,0 Grad: Sehr hohes Fieber

Die bei Fieber erhöhte Körpertemperatur tötet Krankheitserreger ab und ist deshalb zunächst kein Grund zur Sorge. Jedoch sollte im Krankheitsfall regelmäßig gemessen werden, um so Rückschlüsse über den Gesamtzustand zu erhalten. Sinnvoll ist es dabei, die Werte zu notieren.

Rektale Methode: Unbeliebt, aber genau

Als am genauesten gilt die rektale Messmethode mit einem digitalen Thermometer im Po. Sie ist allseits unbeliebt, besonders bei Kindern bis drei Jahren aber empfehlenswert. Damit es für den Erkrankten möglichst bequem ist, sollte das Thermometer am besten vorher mit Vaseline eingefettet und in Seitenlage mit angezogenen Beinen gemessen werden.

Für größere Kinder und Erwachsene bietet sich die digitale Messung unter der Zunge an. Dabei ist jedoch die richtige Position entscheidend, da es vorne in der Mundhöhle zu kühl ist. Das Thermometer muss in den beiden Wärmetaschen neben den hinteren Backenzähnen unter der Zunge positioniert werden. Zudem sollte zuvor nichts Heißes oder Kaltes gegessen oder getrunken werden. Während des Messens muss der Mund geschlossen bleiben. Ist die Nase durch Schnupfen verstopft, ist diese Methode also keine Alternative.

Messung am Ohr: Achtung bei Ohrenschmerzen

Auch das Fiebermessen im Ohr ist möglich. Die Körpertemperatur wird dabei anhand eines Infrarot-Sensors ermittelt. Eine große Fehlerquelle besteht allerdings darin, dass die Spitze des Thermometers für eine genaue Messung das Trommelfell erreichen muss. Um die Messpitze richtig zu positionieren, sollte am besten vor dem Einführen das Ohr leicht nach hinten und oben gezogen werden. Gut zu wissen: Ohrschmalz kann das Ergebnis verfälschen. Bei Ohrenschmerzen solltest du in keinem Fall zu einem solchen Thermometer greifen oder Kunden solche empfehlen.

Ebenfalls per Infrarot-Sensor und in wenigen Sekunden kann Fieber auf der Stirn gemessen werden. Diese Methode ist für den Patienten angenehm. Wie auch das Ohrthermometer sind die Geräte in der Anschaffung jedoch vergleichsweise teuer.

Die Messung in Mund und Ohr sowie auf der Stirn ist relativ zuverlässig. Jedoch liefert sie um rund 0,5 Grad niedrigere Ergebnisse als das Fiebermessen im Po. Einzig das Messen unter der Achsel ist keine gute Idee. Dabei kann das Ergebnis erheblich von der tatsächlichen Körpertemperatur abweichen.

Empfehlung in der Selbstmedikation

Um die Beschwerden wie Schwäche, Schüttelfrost und Schwitzen zu lindern, sind Wadenwickel ein bewährtes Hausmittel. Zwecks Fiebersenkung können bei Erwachsenen Präparate mit Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden. Für Kinder sind nur die letzten beiden in Form von Zäpfchen oder Saft geeignet.

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