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Eierstockkrebs: Unspezifische Symptome erschweren frühe Diagnose

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Von Nina Bürger

Fast alle von uns gehen regelmäßige zur Vorsorge beim Frauenarzt. Durch sie können Brust- und Gebärmutterhalskrebs frühzeitig erkannt werden. Eierstockkrebs wird hingegen wenig thematisiert. Er wird meist erst spät erkannt. Die Therapie ist kompliziert und betrifft in der Regel mehrere Körperteile.

Mit circa 7.500 Neuerkrankungen deutschlandweit pro Jahr ist Eierstockkrebs nicht sehr häufig. Was für betroffene Frauen tragisch ist: Es gibt keine Möglichkeiten der Früherkennung. Dadurch entwickelt sich der Krebs oft lange Zeit unbemerkt. „Meist treten Symptome erst im fortgeschrittenen Tumorstadium auf“, sagt Professor Dr. Jalid Sehouli, Leiter des gynäkologischen Tumorzentrums der Charité Berlin und des Europäischen Kompetenzzentrums für Eierstockkrebs. Die genauen Ursachen für Eierstockkrebs sind dabei noch immer unbekannt. „Bei etwa 15 Prozent der Erkrankten liegt jedoch eine genetische Belastung vor“, so Sehouli. „Daher ist es wichtig, über die Familienanamnese zu erfahren, ob Angehörige an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt waren.“

Wie macht sich Eierstockkrebs bemerkbar?

Symptome des Ovarialkarzinoms können Schmerzen im Becken, häufiger Harndrang, eine Zunahme des Bauchumfangs, Völlegefühl, Blähungen, Schmerzen, Schwäche und Atemnot sein. Ein Eierstocktumor kann vom Frauenarzt ertastet und über einen Ultraschall dargestellt werden. Ist er einmal gewachsen, kommt es häufig vor, dass der Krebs auch umliegende Organe wie Bauchfell, Lymphknoten und Darm erreicht.

Dadurch wird die operative Entfernung erschwert. Sie ist ein sehr schwieriger und komplexer medizinischer Eingriff: „Häufig sind hunderte Knoten am Bauchfell fixiert, so dass neben den Eierstöcken und der Gebärmutter auch große Teile des Bauchfells und Teile des Darmes entfernt werden müssen“, berichtet Sehouli. Auf eine erfolgreiche Operation folgt in der Regel eine Chemotherapie. Eierstockkrebs ist grundsätzlich heilbar. Doch trotz verbesserter Operationstechniken und medikamentöser Therapien sterben noch immer viele Patientinnen. „Die Qualität der Behandlung ist entscheidend“, sagt Sehouli. Im Falle einer Erkrankung rät er unbedingt, ein auf Eierstockkrebs spezialisiertes Kompetenzzentrum aufzusuchen.

Prof. Dr. Sehouli ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Stiftung für Eierstockkrebs. Sie setzt sich für mehr Informationen, Aufklärung und Forschung zu Eierstockkrebs ein. Neben seiner Tätigkeit als Arzt und Wissenschaftler ist er auch Autor von Belletristik. Am Donnerstag, 5. März, liest er aus seinem Buch „Und von Tanger fahren die Boot nach irgendwo“ im Mercure Hotel MOA, Stephanstraße 41, Berlin. Beginn ist um 19 Uhr. Der Veranstaltungserlös kommt der Stiftung zugute.

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