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Schlimmer als Zucker: Säure ist der Zahnfeind Nummer eins

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Besonders im Winter wollen wir mit Vitamin C-haltigem Obst wie Orangen, Kiwis, Äpfeln und Zitronen unser Immunsystem stärken. Doch was den Abwehrkräften hilft, schadet den Zähnen. Dabei können Lebensmittel, die viel Säure enthalten, dem Zahnschmelz schneller zusetzen als Zucker. Besonders schädlich sind Produkte, die beides beinhalten, wie Fruchtsäfte oder Limonaden. Generell gilt: Je saurer ein Lebensmittel schmeckt, desto stärker kann es deine Zähne schädigen.

Hohes Risiko für Erosionen

Das Problem sitzt in der zersetzenden Kraft der Säure. Sie greift den Zahnschmelz an und kann so zu Erosionen führen. Ungünstig ist zudem, dass Säure im Gegensatz zu Zucker den Zahn schon innerhalb weniger Minuten stark angreifen kann. Hat sie dem Zahnschmelz erst Mineralien entzogen, ist er weiteren Belastungen schutzlos ausgeliefert. Das Risiko für Karies und Zahndefekte, die bis ins darunter liegende Dentin als mittlerer Zahnschicht reichen, ist groß. Unter dem Dentin, auch Zahnbein genannt, liegt das Nervengewebe des Zahnes, die Pulpa. Wird sie von Karies erreicht, kommt es zu Schmerzen und Wurzelentzündungen bis hin zum Zahnverlust.

Was den Schutz der Zähne so schwierig macht ist, dass einmal abgebauter Zahnschmelz nicht wieder herstellbar ist. Deshalb ist es wichtig, den Mund nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln schnellstmöglich zu neutralisieren. Gut ist es, dann stilles Wasser oder Milch zu trinken. Auch ein zuckerfreies Kaugummi hilft den Zähnen, indem es den Speichelfluss anregt und den pH-Wert im Mund erhöht.

Zahnschmelz festigen mit Fluorid

Zudem kann Fluorid helfen, den noch vorhandenen Zahnschmelz zu festigen. Zahnärzte empfehlen neben der Pasta einmal pro Woche die Anwendung eines Fluoridgels. Nach dem Putzen solltest du die Zahnpasta nicht ausspülen, so kann das Fluorid einwirken. Zudem ist es wichtig, die Zähne nicht zu stark zu schrubben und beim Putzen möglichst wenig Druck anzuwenden. Sonst droht neben der Erosion eine mechanische Abtragung des Zahnschmelzes.

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Es gibt auch Lebensmittel, die die Zähne stärken. Zu ihnen gehören Milchprodukte wie Käse und Joghurt, da sie viel Kalzium und Phosphat-Ionen liefern. Sie können das Herauslösen der Mineralien aus dem Zahnschmelz eindämmen.

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